Wo Gott wohnt

Der Sieg des Guten, Wahren und Schönen bei den amerikanischen Wahlen inspiriert auch hierzulande so manche Politstrategen.

Schüssel: Liechtenstein? Du spinnst.
Khol: De kennan si nit wehren. Und dos Bundesheer miassat nit weit ausrucken.
Schüssel: Und warum sollt ma Liechtenstein besetzen?
Khol: In Kriegszeiten wechselt ma nit gern die Regierung.
Schüssel: Und welchen Grund hätt ma?
Khol: Weil …, weil sie aufrüschten und mit ihre Raketen Feldkirch erreichen kennan.
Schüssel: Des is do a ausgmachter Bledsinn.
Khol: Des war’s beim Bush a.
Schüssel: Ja, scho. Aber …
Khol: Du sagst do selber, dass es zwischen dir und dem George Dabblju jetzt scho Parallelen gibt.
Schüssel: Na ja. Wir san beide starke Führer und ham bei unserem ersten Wahlsieg eigentlich net gwunna.
Khol: Eben!
Schüssel: Trotzdem. Des geht mir zu weit. Aber des mit de christlichen Werte, des gfallt ma.
Khol: Meine Rede! Zeig ma dena Linken, wo Gott wohnt!
Schüssel: Aber wie? Mach ma Belangsendungen, wo de Kallat-Mitzi „Ich bin klein, mein Herz ist rein“ betet?
Khol: Wär a nit schlecht. Aber i würd eher sagen, wir warnen vor zigtausenden Homos, die bei Rot-Grün zuerscht heiraten und dann abtreiben werden.
Schüssel: Geh!
Khol: Oder vo mir aus auch umgekehrt.
Schüssel: Des glaubt uns do kana.
Khol: Ham s’ uns de Haschtrafiken glaubt?
Schüssel: A wieder wahr.
Khol: Und in an Punkt hast es ja sogar besser wie der Bush: Er hat nur mehr vier Jahr. Du hingegen …
Schüssel: Na ja. So Gott will.
Khol: Fragt ihn wer?