Wollte sich Meinl in die Schweiz absetzen? Vollbetankter Privatjet bereits startbereit

Der vergangene Woche in U-Haft genommene und gegen eine Rekord-Kaution von 100 Mio. Euro wieder entlassene Banker Julius Meinl V. hat laut einem Schweizer Zeitungsbericht offenbar eine Flucht in die Schweiz geplant, weil es ihm in seiner österreichischen Heimat wohl zu heiß geworden sei. Die Meinl Bank ließ den Bericht "SonntagsZeitung" umgehend dementieren.

Vergangenen Mittwoch, dem Tag von Meinls Verhaftung, habe am Flughafen Wien-Schwechat offenbar ein vollbetankter Privatjet bereitgestanden, meldet die "SonntagsZeitung" unter Berufung auf nicht näher genannte "Wiener Kreise". Der Banker, dem unter anderem schwerer gewerbsmäßiger Betrug und Untreue vorgeworfen werden, soll große Vermögenswerte bei Schweizer Geldinstituten geparkt haben, wie Quellen aus seinem Umfeld berichten, so die Zeitung. Für Julius Meinl V. gilt die Unschuldsvermutung.

Dass Meinl auch in der Schweiz geschäftlich tätig ist, sei bisher kaum wahrgenommen worden, so das Blatt weiter. Vollständig in Meinls Besitz befinde sich die Citation SA (Societe Anonyme, Aktiengesellschaft Anm.) mit Sitz in Zürich, die sich der "individuellen und persönlichen Betreuung wohlhabender Privatanleger" verschrieben hat. Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma prüfe nun, ob Meinl noch Gewähr für einen einwandfreien Geschäftsablauf bieten kann.

Jet "nicht einsatzbereit"
Für die Meinl Bank entbehrt der Bericht jeder Grundlage. "Der genannte Privatjet befand sich vergangene Woche nicht in Wien, sondern in Reparatur und war auch gar nicht einsatzbereit", hießt es in einer Aussendung vom Sonntag. Julius Meinl habe "zu keinem Zeitpunkt geplant, sich den Ermittlungen zu entziehen." Der Banker besitze auch keine Vermögenswerte in der Schweiz. Die im Bericht angeführte Citation SA sei eine Tochter der Meinl Bank.

(apa/red)