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Der rechtsextreme Sender AUF1 feierte seinen fünften Geburtstag in einem Gasthaus nahe Wels. profil war undercover dabei und protokollierte, was Szenegrößen wie Martin Sellner auf der Bühne zu sagen hatten.

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Schon im Vorfeld des Festes zum fünften Geburtstag seines Verschwörungssenders macht AUF1-Gründer und Chefredakteur Stefan Magnet Stimmung gegen profil. „Wer sind eigentlich diese Journalisten im Mainstream, die alle kritischen Menschen immer pauschal als Verschwörungstheoretiker und als Rechtsextreme bezeichnen?“, schimpft er mit rotem Kopf in einem Video, das er in seinem Telegram-Kanal teilte.

Der profil-Artikel, der das Line-up des AUF1-Zuschauerfestes thematisiert, schmeckt dem Verschwörungstheoretiker offenbar nicht. In seiner Tirade steuert er am Inhalt des Artikels vorbei. Einfachen Besuchern des Festes wurde nie Rechtsextremismus unterstellt, sondern Gästen wie dem 37-jährigen Martin Sellner, dem früheren Sprecher der Identitären Bewegung Österreich.

Zugehörigkeit und einfache Antworten

Sellner ist einer der Stars der heurigen Geburtstagsfeier von AUF, die am 9. Mai im Zirbenschlössl in Sipbachzell im Bezirk Wels-Land stattfand. Schon im Vorjahr wurde der Geburtstag im Veranstaltungssaal des Gasthauses gefeiert, in dem laut Website rund 600 Personen Platz haben. 

Mit seinen Türmen und der beträchtlichen Größe wirkt das Zirbenschlössl wie eine Festung. Mit knallgelber Fassade sticht das Gasthaus aus der grauen Asphaltwüste des Gewerbeparks, in dem es steht, sofort ins Auge. Eine halbe Stunde nach Einlass ist klar, dass die Location voll sein wird. Schon beim Hineingehen muss man sich durch eine große Menschentraube pressen, um zu den Sitzreihen vor der neun Meter langen Bühne des lichtdurchfluteten Festsaals zu gelangen. Die meisten Sessel sind schon mit Jacken, Taschen oder Zetteln reserviert.

Weder der Festsaal, in dem sonst Hochzeiten oder Theateraufführungen veranstaltet werden, noch das Publikum lassen darauf schließen, welche Inhalte AUF1 verbreitet. Auch der Online-Auftritt des Senders wirkt auf den ersten Blick wie ein seriöses Nachrichtenmedium. Spielt man einen „Nachrichtenbeitrag“ von AUF1 ab, ist freilich schnell von „globalen Strippenziehern“, „Bevölkerungsaustausch durch Migration“ oder „Bevölkerungsreduktion und totale Bevölkerungskontrolle“ die Rede.

Mit einfachen Antworten auf komplexe Fragen, gepaart mit entsprechenden Feindbildern, schafft es der Online-Sender, eine Menge verängstigter Menschen abzuholen. Hinzu kommt der identitätsstiftende Zweck der Verschwörungsszene. Gläubige fühlen sich einer kleinen Gruppe zugehörig, die Dinge durchschaut, die der Durchschnittbürger nicht erkennt.

Ein „mobiles AUF1-Studio“ leuchtet der langen Schlange an der Getränkeausgabe blau entgegen. Dort können die Besucher des Festes Grüße an ihre Liebsten aufnehmen. Auf Wunsch wird das Material auf der AUF1-Website veröffentlicht, wenn nicht, wird es ihnen für den privaten Gebrauch geschickt. 

Aber wer sind die Menschen, die AUF1 mit seiner Desinformation millionenfach erreicht? profil war undercover beim Zuschauerfest dabei.