Ein Aufschrift der liechtensteinischen Staatsanwaltschaft
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108 Millionen Euro: Startup-Krimi mit Österreich-Connection

Warum die liechtensteinische Staatsanwaltschaft Anklage gegen den umstrittenen Investor Florian Fritsch erhoben hat – und was das mit Österreich zu tun hat.

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Es ist eine Drei-Länder-Affäre, die zwischen Österreich, Deutschland und Liechtenstein spielt und im kleinen Fürstentum kürzlich ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hat. Wie aktuell auch „Der Spiegel“ berichtet, hat die Liechtensteinische Staatsanwaltschaft Anklage gegen den schillernden Investor Florian Fritsch erhoben – dieser bestreitet die Vorwürfe. Fritsch ist Deutscher, jedoch mit besten Beziehungen nach Wien. profil und der Zeitung „Der Standard“ liegt die Anklageschrift ebenfalls vor. Und diese erzählt auf 48 Seiten die Geschichte eines mutmaßlichen Krimis: Folgt man der Einschätzung der Staatsanwaltschaft, geht es bei den Vorwürfen um nichts weniger als um den Kampf um die Vorherrschaft bei einem der aufstrebendsten Startup-Unternehmen Österreichs. Und dabei sollen Aktien im sagenhaften Wert von mindestens 108 Millionen Euro eine zentrale Rolle gespielt haben.

Am 5. Juli 2019 versammeln sich in einer Anwaltskanzlei in Wien mehrere Männer, um eine Firma namens GROPYUS AG aus der Taufe zu heben. Einer von ihnen ist Markus Fuhrmann, zuvor Mitgründer des erfolgreichen Startups „Delivery Hero“. Ein weiterer ist Florian Fritsch – ein umtriebiger und bestens vernetzter Investor. Fritsch ist nicht nur im eigenen Namen anwesend, sondern auch als bevollmächtigter Vertreter eines gewissen Harald Mahrer, Ex-ÖVP-Wirtschaftsminister und damals Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) sowie der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB).

Stefan Melichar

Stefan Melichar

ist Chefreporter bei profil. Der Investigativ- und Wirtschaftsjournalist ist Mitglied beim International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ). 2022 wurde er mit dem Prälat-Leopold-Ungar-Journalist*innenpreis ausgezeichnet.