"Bad Luck": Thomas Woschitz’ schwarze Kärnten-Komödie

Bedrohter Bedroher: Szene aus "Bad Luck"

Bedrohter Bedroher: Szene aus "Bad Luck"

Alltagskriminalität aus Kärnten, Melancholie in Mundart: Thomas Woschitz’ schwarze Komödie "Bad Luck“.

Die Abwärtsbewegung ist einem Film, der "Bad Luck“ heißt, gewissermaßen schon vorab eingeschrieben. Dunkle Gewitterwolken hängen von Anfang an über den lichtarmen Bildern dieser Erzählung, und die armen, aber auch ein wenig durchtriebenen Protagonisten erwartet dementsprechend nicht viel Gutes. Der Kärntner Filmemacher Thomas Woschitz ("Universalove“, 2008) hat seine jüngste, von tragikomischen Zeitungs-Lokalkurzmeldungen inspirierte Regiearbeit fast durchwegs mit Laien besetzt, was seinen kriminellen Vignetten eine ganz eigenwillige Qualität verleiht: Die schauspielerische Ausdrucksstärke, die in den streng kärntnerischen Dialogen oft merklich fehlt, wird von den vom Leben gezeichneten Gesichtern durchaus kompensiert.

Trailer "Bad Luck" (2015)

Hauptdarsteller Josef Smretschnig beispielsweise tritt nicht nur in diesem Film als Automechaniker auf, er ist auch im wirklichen Leben einer. Autor und Regisseur Woschitz weiß ebenfalls, wovon er filmt: Die Drehorte von "Bad Luck“ hat er dort gefunden, wo er selbst aufgewachsen ist - ein schwarzhumoriger Heimatfilm ist das Ergebnis seiner Bemühungen. Das Lakonisch-Skurrile ist seit je Woschitz’ Domäne, so schleicht sich etwas latent Kaurismäkihaftes (mit makabren Obertönen) in diesen recht wortkargen, aber von Enzo Brandner fein fotografierten Film. An der Musik hat übrigens Naked-Lunch-Mastermind Oliver Welter mitgearbeitet.