Burgtheater-Direktorin Bergmann: "Da gehe ich lieber putzen"

Burgtheater-Direktorin Bergmann: "Da gehe ich lieber putzen"

Wer ist die Frau, die das Burgtheater durch die schwerste Krise seiner Geschichte manövriert? Ein Gespräch mit Karin Bergmann über die Kraft von Selbstgesprächen, die Ängste von Schauspielern, Piefke-Hass und ihre Lust am Flirten.

profil: Kommt es vor, dass Sie schweißgebadet aufwachen und sich die Frage stellen: "Warum habe ich mir das Burgtheater angetan?“
Karin Bergmann: Ich hatte keine Albträume, aber einige schlaflose Nächte, als ich das Amt angetreten habe. Die ersten sechs Monate war ich durchgehend auf Adrenalin, das nächste halbe Jahr dachte ich: "Wahrscheinlich hast du dich damit überfordert.“ Aber das gehört wahrscheinlich zu dieser Position. Das kenne ich auch von meinen männlichen Vorgängern.

profil: Männer können Selbstzweifel besser kaschieren. Ihr Vorgänger Matthias Hartmann erweckte selbst in den größten Turbulenzen nie den leisesten Anflug einer Verunsicherung.
Bergmann: Es stimmt schon, Männer lassen die Dinge nicht so nahe an sich heran. Manchmal wünschte ich mir, dass ich eine größere Leichtigkeit hätte. Aber wenn ich anfange, mich zu verstellen, werde ich unglaubwürdig.

profil: Sie haben Ihren Job aus dem Ruhestand heraus angetreten. Standen Sie zuvor unter einer Art Pensionsschock, war Ihnen langweilig?
Bergmann: Gar nicht. Tatsächlich hatte ich von heute auf morgen das Leben hinter mir gelassen, das mich bis dahin komplett geprägt hatte. Aber ich wollte auf keinen Fall als Frustbeule dasitzen und habe mein neues Dasein absolut genossen: nach Jahrzehnten wieder Urlaub machen, lesen, in unserem kleinen Häuschen in Bad Radkersburg sein. Ganz weg war ich ja auch nicht, ich hatte Angebote von Theatern aus Hamburg und München, bin aber lieber Privatier geblieben. Doch als ich 2013 den Jubiläumskongress zum 125-jährigen Bestehen der Burg machte, leckte ich sofort Blut. Hätte ich damals nicht wieder Feuer gefangen, weiß ich nicht, ob ich in dieser Notsituation eingesprungen wäre.

profil: Wie verkraftet man es seelisch, Kündigungen auszusprechen?
Bergmann: Das gehört zu meiner Verantwortung dazu, und das war schon zu meiner Zeit als Vizedirektorin unter Klaus Bachler nicht anders.

profil: Wer wurde nicht verlängert?
Bergmann: Das sage ich jetzt hier nicht.

profil: In solchen Fällen greifen Management-Coaches gerne zu Phrasen wie: "Sehen Sie die Krise als Chance.“
Bergmann: Manchmal ist das auch so. Wenn beide Seiten ohnehin nicht zufrieden sind. Es ist ja auch nicht so, dass Nichtverlängerungen von heute auf morgen ausgesprochen werden. Da gibt es Gespräche und Überlegungen davor. Bei vielen Schauspielern habe ich erlebt, dass sie dann an anderen Theatern große Rollen spielten, die hier nicht möglich gewesen wären. Ich habe aber nicht vor, das Ensemble zu schrumpfen - ich muss jeden Abend die zwei großen Häuser Burgtheater und Akademietheater bespielen.

profil: Bibiana Zeller hat in einem profil-Interview gesagt, so nett, wie alle glaubten, sei die Bergmann gar nicht. Stimmt das?
Bergmann: Damit hat sie völlig Recht. Bei aller Wertschätzung für Frau Zeller, aber ich kann für eine Rolle in genau einer Produktion, nämlich "Geschichten aus dem Wiener Wald“, die wir nur mehr sehr selten spielen, keine Festanstellung bezahlen.


Manchmal stehe ich vor dem Badezimmerspiegel und rede mit mir. Dann sage ich Sätze wie: ‘Bergmann, du schaffst das!‘

profil: Haben Sie nach der Amtsübernahme je einen Coach in Anspruch genommen?
Bergmann: Nein, das habe ich nie gemacht, ich coache mich selbst.

profil: Wie darf man sich das vorstellen?
Bergmann: Manchmal stehe ich vor dem Badezimmerspiegel und rede mit mir. Dann sage ich Sätze wie: "Bergmann, du schaffst das!“

profil: Sie sind per Bergmann mit sich?
Bergmann: Ja. Diese Methode erzeugt eine gewisse Distanz zu mir und funktioniert ganz gut.

profil: Pedantin oder Chaotin?
Bergmann: Ich bin eine Listen-Schreiberin. Ohne Listen kann ich nicht arbeiten. Morgens sitze ich so gegen halb sechs am Küchentisch, denn ich brauche Zeit, um mich zu sammeln.

profil: Gibt es ein aufregenderes Geheimnis Ihrer Führungsqualität?
Bergmann: Ich kann mich sehr gut in mein jeweiliges Gegenüber versetzen und versuche nachzuempfinden, was der oder die wohl für Probleme haben könnte. Dann fange ich an zu analysieren. Eine gute Beobachtungsgabe ist im Theater extrem wichtig. Ich streue den Künstlern auch keinen Sand in die Augen, kann Menschen aber, wie ich glaube, gut motivieren.


Peymann hat sich damals verhalten wie der verlassene Liebhaber, nicht wie ein Arbeitgeber.

profil: Was haben Sie von Ihrem jahrelangen Beobachtungsposten in der zweiten Reihe gelernt? Ihre Chefs Claus Peymann, Klaus Bachler und Matthias Hartmann waren alle Machtmenschen - wenn auch sehr unterschiedliche.
Bergmann: Genau so unterschiedlich war auch das Arbeiten mit ihnen. Entscheidend ist da, dass man Widerspruchsgeist hat, sonst geht man neben solchen Männern unter. Peymann hat meine Meinung oft sehr ernst genommen und darauf Wert gelegt - und dann doch gemacht, was er wollte. Das war auch okay, trotzdem habe ich mich nach sieben Jahren verändert.

profil: Das soll Ihnen Claus Peymann nie verziehen haben.
Bergmann: Er hat sich damals verhalten wie der verlassene Liebhaber, nicht wie ein Arbeitgeber. Er wusste ein Jahr zuvor, dass er mich als Pressesprecherin nachbesetzen musste, hat sich aber überhaupt nicht darum gekümmert. Und bei der Pressekonferenz meinte er, er sei ohnehin sicher, dass ich in ein paar Monaten wieder da sein würde. Nach dieser Aussage dachte ich: Da gehe ich lieber putzen, Peymann. Ich kann es überhaupt nicht aushalten, wenn jemand dermaßen über mich verfügen will.

profil: Sie gingen nicht putzen, sondern zu den Vereinigten Bühnen unter Rudi Klausnitzer - obwohl das Musical, da sind wir uns beinahe sicher, so gar nicht Ihr Genre ist.
Bergmann: Das ist jetzt eigentlich ein bisschen peinlich und wahrscheinlich obendrein extrem frauentypisch: Ich hatte damals Angebote aus der Josefstadt und von Peter Stein, zu den Salzburger Festspielen zu kommen. Ich habe sie abgelehnt und mich für einen Job entschieden, der nichts mit der Sprechtheaterbranche zu tun hatte. Ich hatte gehofft, dadurch den tief gekränkten Peymann weniger zu verletzen. Er sprach trotzdem zwei Jahre lang nicht mit mir. Heute verdrängt er das und behauptet, dass es nie so gewesen sei. Jetzt vertragen wir uns aber schon lange wieder. Er wird eine Handke-Uraufführung an der Burg inszenieren.

profil: Frauentypisch ist auch, so zumindest die Kritik der Schauspielerin Birgit Minichmayr, dass Sie auf einen Teil Ihres Gehalts verzichtet haben. Aus feministischer Sicht sei das nicht gut, da Frauen ohnehin weniger verdienten als Männer.
Bergmann: Ich wurde dafür auch schon mehrfach kritisiert. Ich habe es aber nicht aus weiblicher Bescheidenheit gemacht, denn ich bin natürlich für den gleichen Lohn und finde es beschämend, dass die Gleichstellung sich noch immer nicht durchgesetzt hat. Aber ich bin angetreten, als sich das Haus in einer enormen Notlage befand. Ich habe von meinen Mitarbeitern erwartet, dass wir im ersten Jahr vier Millionen einsparen, was für alle wirklich anstrengend war. Da ich auch Regisseure und Bühnenbilder um geringere Gagen aus Solidarität zum Haus und zu mir bat, dachte ich, ich fange einmal bei mir selbst an.

profil: Ein Teil Ihres Jobs ist auch das Netzwerken auf dem gesellschaftlichen Parkett.
Bergmann: Das ist mir natürlich oft eine fremde Welt, aber ich mache das für das Theater. Plötzlich ist man ja unglaublich begehrt. Ich war zehn Jahre lang die Vizechefin, da haben mich keine Frauennetzwerke eingeladen. Ich finde es eigentlich schade, dass man nur in der ersten Reihe interessant wird.

profil: Sie hatten in Ihren Burg-Jahren auch ein enges Verhältnis mit der entlassenen Geschäftsführerin Silvia Stantejsky. Hält diese Freundschaft noch immer an?
Bergmann: Wir hatten eine Beziehung, die komplett aus der Arbeit resultierte. Wenn man von morgens bis abends über 18 Jahre lang zusammen arbeitet, ergeben sich Freundschaften. Mein letztes Jahr mit ihr in der Kombination mit Hartmann war aber schwierig und belastend für mich.

profil: Bei unseren Interviews mit Schauspielern fällt uns immer wieder auf, wie verbreitet Angst und Verunsicherung in diesem Beruf sind. Warum ist das so?
Bergmann: Ich verstehe das sehr gut, denn Schauspieler fangen mit jeder Arbeit ja bei null an. Das ist immer eine Expedition, bei der man absolut darauf angewiesen ist, wie gut der Bergführer ist. Gert Voss, den ich über 35 Jahre begleiten durfte, war zum Beispiel jemand, der immer versuchte, sich komplett neu zu erfinden. Je erfolgreicher ein Künstler ist, desto mehr stellt er sich auch die Frage, ob er die Erwartungen erfüllen oder auch steigern kann.

profil: Am Burgtheater wird immer wieder kritisiert, dass es, vor allem, was die Schauspieler betrifft, in bundesdeutscher Hand sei. Die österreichische Tonalität werde vernachlässigt.
Bergmann: Das ist mir bewusst, ich kann die Kritik aber nur bedingt nachvollziehen. Doch ich kann insofern beruhigen, dass unter unseren Ensemble-Neuzugängen zwei Österreicherinnen und ein Österreicher sind. Dennoch finde ich richtig, dass das Haus durchmischt ist und bleibt.


Wir wurden teilweise behandelt, als wären wir Besatzer.

profil: Haben Sie den Piefke-Hass in Österreich schon am eigenen Leib erlebt?
Bergmann: Und wie! Als ich im ersten Jahr mit Peymann aus Bochum hierher kam, wollten meine Kollegin, das berühmte Fräulein Schneider aus dem Bernhard-Dramolett, und ich nur noch weg. Wir wurden teilweise behandelt, als wären wir Besatzer. Da prasselte eine Fremdenfeindlichkeit auf mich ein, wie ich sie noch nie erlebt hatte und mir auch nicht vorstellen konnte.

profil: Und trotzdem sind Sie inzwischen seit fast 30 Jahren in Wien.
Bergmann: Ich habe nach einem Jahr in Wien Herrn Blau (Architekt und Designer Luigi Blau, Anm.) getroffen. Ich war so froh, jemanden außerhalb dieser geschlossenen Gesellschaft Theater gefunden zu haben. Durch ihn habe ich neue Freundschaften mit Malern, Autoren und Bildhauern geschlossen. Das hat mir den Zugang zu Wien und Österreich noch einmal ganz neu eröffnet.

profil: Wie lernten Sie Luigi Blau kennen?
Bergmann: Unsere erste Begegnung fand auf einer Party der Wiener Festwochen statt. Dort war ich eigentlich gar nicht eingeladen, denn ich war nahezu nirgendwo eingeladen, aber Christiane Schneider nahm mich mit. Ich kannte Herrn Blau nicht, bin aber einfach neben ihm sitzen geblieben, nach der Devise: "Hier gehste einfach nicht mehr weg.“ Irgendwann meinte er: "So, jetzt gehen wir.“ Das war es dann. Ich hatte in diesem Fall Glück, aber ich habe auch immer viel riskiert.

profil: Macht dieser Wesenszug Frau Bergmann aus?
Bergmann: Vielleicht. Immer wenn ich in meinem Alltag merke, es könnte etwas langweilig werden, stelle ich mir die Frage: Wie kann ich mein Leben interessanter machen?

profil: Und wie machen Sie Ihr Leben aufregender?
Bergmann: Ich flirte zum Beispiel wahnsinnig gerne - egal ob mit Männern oder Frauen. Wenn man sich anlächelt, hat das doch etwas sehr Belebendes. Das muss man sich erhalten, sonst wird es fad.

profil: Wie belohnen Sie sich?
Bergmann: Wenn ich Zeit habe, gehe ich ins Kino; ich liebe Mode und esse gern gut.

profil: Lebten Sie in jungen Jahren eigentlich ein wildes Leben?
Bergmann: Ich bin früher viel auf Demos gegangen, habe wie jeder ein bisschen gekifft. Aber heute bin ich nur noch ganz selten in Gesellschaft, wo ein Joint herumgereicht wird.

profil: Warum haben Sie so spät geheiratet? Weil Sie vorher mit dem Theater verheiratet waren?
Bergmann: In der ersten Zeit in Bochum mit Peymann war das tatsächlich so. Man kam morgens kurz vor neun ins Theater und verließ es abends gegen zehn Uhr. Abgesehen davon, dass ich malocht habe wie ein Pferd, lernte ich dabei ungemein viel. An Schließtagen stand ich dann auch noch als Beleuchtungskomparse auf der Bühne. Das hat jetzt aber nichts mit dem Heiraten zu tun. Es war Herrn Blau und mir lange kein Bedürfnis gewesen, zu heiraten. Aber nach über 20 Jahren Zusammenleben wollten wir unserem gemeinsamen Altwerden einen geschützteren Rahmen geben.


Ich hätte mir nie vorstellen können, mit jemandem zu leben, der verlangt, dass ich mich um das Mittagessen kümmere.

profil: Ist es schwierig, mit einer Theaterbesessenen zusammen zu sein?
Bergmann: Ich rede zu Hause nicht mehr so viel über das Theater wie früher. In jüngeren Jahren war das wesentlich schlimmer. Ich hätte mir nie vorstellen können, mit jemandem zu leben, der verlangt, dass ich mich um das Mittagessen kümmere. Ich wusste immer, dass ich mein eigenes Geld verdienen und mir von niemandem etwas vorschreiben lassen möchte. Darin ergänzen mein Mann und ich uns kongenial.

profil: Warum haben Sie eigentlich keine Kinder?
Bergmann: Ich bin so erzogen worden, dass ich einmal heiraten muss, Kinder kriege und eigentlich keine Berufsausbildung brauche. Ich stamme aus sehr einfachen Verhältnissen aus dem Ruhrpott. Wenn meine Eltern sich stritten, ging es immer um uns Kinder. Vielleicht ist meine Kindersehnsucht deswegen auch unterentwickelt. Auf alle Fälle hatte ich nie das Bedürfnis zur Familiengründung und Mutterschaft.

profil: Ihr Vater war Bergarbeiter, die Mutter Hausfrau.
Bergmann: Sie war ausgebildete Schneiderin, blieb aber daheim. Das Motto des Vaters lautete: "Meine Frau muss nicht arbeiten, ich verdiene genug.“ Ich habe bis heute das Bild dieser Fördertürme vor Augen, der Aufzüge, in denen die Arbeiter in den Schacht fuhren. Wenn es ein Grubenunglück gab, wehte die schwarze Fahne. Mein Vater war Gott sei Dank nie in Gefahr. Ich wusste schon als Kind: Diese Art von Leben will ich unter keinen Umständen. Das habe ich mir sehr früh als Ziel klar formuliert. Ich fand den Ruhrpott nur hässlich. Ich wollte ans Meer, in tolle Städte, etwas erleben. Ich hatte aber ein sehr liebevolles Elternhaus.

profil: Wie konnten Sie sich als Kind aus der tristen Ruhrpott-Realität retten?
Bergmann: Durch Lesen habe ich mir eine Gegenwelt aufgebaut. Schon als Achtjährige habe ich mich immer wieder in eine Arztpraxis gestohlen und dort alle Illustrierten gelesen. Als ich meine beiden jüngeren Brüder hüten musste, bin ich mit dem Kinderwagen nur ums Eck gebogen und habe mich auf dem Friedhof niedergelassen, um zu lesen. Bis heute habe ich deswegen ein schlechtes Gewissen. Durch Bücher und Zeitschriften habe ich eine Welt kennengelernt, die in mir ganz klar das Ziel wachsen ließ: Nichts wie raus hier!

profil: Kinder, die viel lesen, haben meist nicht viele Freunde.
Bergmann: Absolut richtig. Ich war immer eine Außenseiterin, gleichzeitig aber auch Klassensprecherin. Ich konnte Autoritäten nie ernst nehmen - im Gegensatz zu meinen Eltern, die nur nicht auffallen und immer mit dem Strom schwimmen wollten. Da war ich das absolute Kontrastprogramm. Das war für meine Familie schwierig. Ich kam ja auch über den zweiten Bildungsweg und machte die Abendmatura. Denn trotz der Bitten der Volksschullehrerin, mich auf eine weiterführende Schule gehen zu lassen, dachten meine Eltern: Pflichtschulabschluss muss reichen, die heiratet ohnehin. Als ich dann beim Theater landete, hörten meine Eltern irgendwann auf zu fragen, wie das denn jetzt mit Ehe und Kindern sei. Es hatte sich erübrigt.

profil: Gab es in Ihrem Leben einen Plan B für den Fall, dass es mit dem Theater nicht geklappt hätte?
Bergmann: Als ich während des Abendgymnasiums als Tippse bei der Metallgewerkschaft arbeitete, wurde ich gefragt, ob ich nicht Frauenbeauftragte sein wolle. Offensichtlich haben die auch schon gesehen, dass ich mich gut dazu eigne, vorne zu stehen und Menschen mitzunehmen. Aber ohne Theater, das weiß ich heute, wäre ich eingegangen wie eine ungegossene Primel.

Zur Person

Karin Bergmann, 62, wurde in Recklinghausen als ältestes Kind eines Grubenarbeiters geboren. Ihre Matura machte sie auf dem zweiten Bildungsweg und jobbte daneben bei der Metallgewerkschaft. 1979 begann sie als Direktionsassistentin am Schauspielhaus Bochum unter Claus Peymann, der sie 1986 als seine Pressesprecherin ans Burgtheater holte. 1993 wechselte sie als Zuständige für Presse und Direktionsmitglied an die Vereinigten Bühnen, 1996 ging sie zu Klaus Bachler an die Volksoper. Als der 1999 die Burg übernahm, machte er Bergmann zu seiner Vize-Direktorin. In dieser Funktion betreute sie auch die Übergangsphase, als Matthias Hartmann 2009/10 die Burg übernahm. Nach der Entlassung Hartmanns im März des Vorjahres ernannnte Kulturminister Josef Ostermayer sie zur interimistischen künstlerischen Direktorin der Burg, der ersten in der Geschichte des Hauses überhaupt. Karin Bergmann wird das Burgtheater bis 2019 leiten.