"Benedetta" von Paul Verhoeven

Filmfestspiele von Cannes: Die Beschwörung des alten Kinozaubers

Das bedeutendste Filmfestival der Welt hat seinen Betrieb nach 26 Monaten Zwangspause wieder aufgenommen. [E-Paper]

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Die Behauptung, dass die Menschheit im Zuge der Lockdowns das Kino vergessen hätte, sei mit einem simplen Versuch aus der Welt zu räumen, sprach der irische Regisseur und Filmhistoriker Mark Cousins („The Story of Film“) am Dienstagnachmittag vergangener Woche auf der Bühne des Salle Debussy im Palais des Filmfestivals in Cannes. Man möge die Augen schließen und sich die junge Shirley MacLaine in Billy Wilders „The Apartment“ (1960) vorstellen, wie sie am Ende des Films über die nächtliche Straße zu Jack Lemmon läuft, das Glück in ihrem Gesicht, den Wind in ihrem Haar; wer diese Szene kenne, werde sie bei bloßer Anspielung darauf unmittelbar vor Augen haben, so Cousins: Denn das Kino sei in uns, in unseren Köpfen, dort sei es nicht zu löschen, denn wir alle seien dessen DNA. 

Wenige Stunden später, im Zuge der Eröffnungsveranstaltung der 74. Ausgabe der Filmfestspiele, wurde die Idee eines unverbrüchlichen Filmzaubers noch mehrmals beschworen wie etwas verzweifelt Ersehntes, das sich herbeireden und so konservieren ließe: Die alte „Magie des Kinos“ galt es hier zu verteidigen, als wäre sie eine von veränderten Sehgewohnheiten und digitaler Diffusion attackierte Festung, ein von Abrissplänen bedrohtes historisches Gebäude. 

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Stefan   Grissemann

Stefan Grissemann

leitet seit 2002 das Kulturressort des profil. Freut sich über befremdliche Kunst, anstrengende Musik und waghalsige Filme.