Fluchtgedanken: „Last Shelter“ und „This Human World“ im Kino

Jetzt im Kino: "Last Shelter"

Jetzt im Kino: "Last Shelter"

Nachrichten vom desolaten Zustand der Welt: Der Dokumentarfilm „Last Shelter“ zeichnet die Situation von Asylwerbern nach, das Festival „This Human World“ Krisen, Gewalt und akut bedrohte Menschenrechte.

In prekären Zeiten kann die Kunst – auch wenn ihr das oft nicht zugetraut wird – dabei helfen, aufzuklären und zu sozialem Aktivismus zu bewegen. Im Gegenwartskino spiegelt sich die Flüchtlingskrise jedenfalls deutlich. Neben Jakob Brossmanns überaus respektablem Film „Lampedusa im Winter“ läuft nun auch Gerald Igor Hauzenbergers „Last Shelter“, eine Nahaufnahme der Situation hiesiger Asylwerber. Von der Besetzung der Wiener Votivkirche im Dezember 2012 geht die Erzählung aus.

Last Shelter (Trailer)

Drei Jahre lang hat Hauzenberger die Fliehenden und Abgeschobenen begleitet und beobachtet, nach Traiskirchen und an die ungarische Grenze. Wer wissen will, was Menschen bei uns erleben, die in ihre Heimatländer nicht zurückkehren können, sollte „Last Shelter“ unbedingt sehen. Zur vertiefenden Reflexion wird es, flankierend zur Projektion, diese Woche im Wiener Stadtkino zwei Diskussionsrunden geben (und im Weiteren auch Debatten in Graz, Wels, Linz, Freistadt, Krems und Innsbruck).

Das Wiener Menschenrechtsfestival „This Human World“ arbeitet bereits seit 2008 an Bewusstseinsbildung angesichts der längst unüberschaubar gewordenen sozialpolitischen Probleme. Am 3.12. wird das Team um Johannes Wegenstein das diesjährige Filmprogramm mit der britisch-marokkanischen Slum-Zirkus-Doku „Pirates of Salé“ eröffnen – und anschließend eine gute Woche lang, in mehr als 70 handverlesenen Arbeiten, über Feminismus, Migration, Queerness, Gewalt und den Tod nachdenken.