"Inherent Vice": Kifferkomödie mit Joaquin Phoenix und Reese Witherspoon

Noir-Persiflage. Joaquin Phoenix und Reese Witherspoon
Noir-Persiflage. Joaquin Phoenix und Reese Witherspoon

Noir-Persiflage. Joaquin Phoenix und Reese Witherspoon

Kunstkifferkomödie: Paul Thomas Andersons Pynchon-Adaption "Inherent Vice - Natürliche Mängel“.

Wer sich an die Aufgabe wagt, ein Werk des Schriftstellers Thomas Pynchon zu verfilmen, hätte wohl auch keine Scheu davor, aus der experimentellen Poesie Ernst Jandls großes Kino zu machen. Tatsächlich sträuben sich Pynchons labyrinthische Plots so sehr gegen jede Übertragung in ein anderes Medium, dass sich ein halbes Jahrhundert lang - sein Romandebüt "V“ erschien 1963 - kein einziger US-Spielfilm nach einer Vorlage des mysteriösen Autors ergab.

"Inherent Vice". Bananen bevorzugt

Noir-Persiflage

Nun liegt mit "Inherent Vice“ doch ein Kino-Versuch über Pynchon vor: Der wahnwitzigen Projekten gegenüber bekannt aufgeschlossene Regisseur Paul Thomas Anderson ("Magnolia“, "There Will Be Blood“, "The Master“) konstruierte auf Grundlage des siebenten der inzwischen acht Romane des heute 77-Jährigen eine exzentrische Noir-Persiflage, die um einen drogenbenebelten Privatermittler (Joaquin Phoenix) kreist, der in Los Angeles anno 1970 in eine undurchdringliche kriminelle Intrige gerät, die mit Immobilienhaien, Suchtgifthandel und Polizeigewalt zu tun hat.

Feier der filmischen Freiheit

Als Cop-Gegenspieler des friedfertigen Hippie-Helden lutscht John Brolin enervierend an diversen Schokobananen, während man angesichts eines schier unüberschaubaren Arsenals an Nebenfiguren allerhand zu tun hat, um auch nur ansatzweise durch diese Story zu steigen. Andersons Retro-Chic-Studie ist auf diffizile Weise albern und auf phlegmatische Art scharfsinnig: eine Feier der filmischen Freiheit.