Kino wie früher: Woody Allens "Magic in the Moonlight"

Kino wie früher: Woody Allens "Magic in the Moonlight"

Routineveranstaltung mit Pointenzwang: Woody Allens "Magic in the Moonlight".

Das Woody-Allen-Dilemma beginnt schon bei den Titeln seiner Filme, die kaum noch voneinander zu unterscheiden sind und sich immer deutlicher an den Unterhaltungsbedürfnissen eines anspruchsarmen Publikums zu orientieren scheinen: Nach "Midnight in Paris" und "To Rome with Love" nun also "Magic in the Moonlight". Zauber im Mondlicht? Ernsthaft? Und da ist er auch schon wieder, der zartbittersüße Tonfall nicht nennenswerter Liebeskomödien in historischer Ausstattung und blühender Natur, gewürzt allenfalls mit einer Prise des alten Allen'schen Wortwitzes.

Ein sarkastischer Zauberkünstler bekommt die Mondlichtmagie zu spüren, als er in südfranzösischem Luxusambiente einem jungen "Medium" vorgeführt wird, dessen seherische Fähigkeiten er aufzudecken trachtet. Allein, es gelingt ihm nicht, die Tricks der jungen Schönen, der er selbstredend bald verfällt, zu durchschauen. Oder sind es keine Tricks? Colin Firth und Emma Stone sind eine so abgesichert "charmante" Paarung, dass man die Absicht mit Verstimmung zur Kenntnis nimmt - und Allens Feier der landläufigen Schönheit, seinen ganzen in Schuss und Gegenschuss gehaltenen, mechanisch abgespulten Ferienausflug an die Blaue Küste gleich dazu. An Emma Stone hat der Regisseur offenbar einen Narren gefressen, sie hat auch die Hauptrolle im nächsten, noch unbetitelten Film ihres neuen Mentors übernommen. Der Ende 2015 anstehende 80. Geburtstag Woody Allens wäre dann ein passender Anlass, endlich wieder eine substanziellere Arbeit zu veröffentlichen.