Meta für Meta: "Super", das neue Album der Pet Shop Boys

Neil Tennant (hier bei einem Auftritt im
Rahmen des Jazz Fest Wien 2014) und Kollege Chris Lowe legen ihr 13. Alnum vor.

Neil Tennant (hier bei einem Auftritt im Rahmen des Jazz Fest Wien 2014) und Kollege Chris Lowe legen ihr 13. Alnum vor.

Die britischen Pet Shop Boys legen ihr 13. Album vor: ein weiteres Bekenntnis zu Konzept-Disco und Retro-Modernismus.

Seit bald dreieinhalb Jahrzehnten arbeiten die Londoner Musiker Neil Tennant und Chris Lowe vulgo Pet Shop Boys an der Verfeinerung des Banalen. Die ironische Affirmation der Popindustrie ist ihr Spezialgebiet: "Super“ heißt das neue Album überredungstaktisch korrekt - wie bereits die Longplayer "Please“ (1986), "Very“ (1993), "Fundamental“ (2006) und "Yes“ (2009). Der sanfte Konzeptualismus des Duos steht seinem Unterhaltungswert traditionell nicht im Weg. Denn die Pet Shop Boys spielen exakt an der Grenzlinie zwischen Stadionbeschallung und Metaebene, stets zugleich für die Kunstszene und ihr Massenpublikum.


Man hätte dieses Album schon auch ‘Pretty Good‘ nennen können.

Mit einer subsonischen Dehnungsübung, dem heiteren Electro-Knaller "Happiness“, startet "Super“ seine Reise, aber schon der zweite Track, "The Pop Kids“, spielt ausgefuchst mit pseudo-autobiografischen Assoziationen. Der alte Hang der Boys zu Simplicissismus-Melodien ("Twenty-Something“) und Mini-Opern ("The Dictator Decides“) erfreut wie je; im zweiten Teil senkt sich die Spannungskurve allerdings deutlich in Richtung Großraumdisco ab. Man hätte dieses Album (ab 1.4. im Handel) schon auch "Pretty Good“ nennen können.