Neue Alben: Die Buben im Pelz, Hot Chip, Blis

Neue Alben: Die Buben im Pelz, Hot Chip, Blis

New York darf nicht Wien werden: Die Buben im Pelz covern The Velvet Underground und Nico. Außerdem: Indie-Emo für Regentage und Hot Chip für die Tanzfläche. profil unerhört präsentiert die wichtigsten Alben der Woche.

Blis: Starting Fires In My Parents House (Soft Speak Records)

Blis’ Debüt-EP ist zwar schon vor einigen Wochen erschienen, ist aber wie geschaffen für das regnerische Pfingstwochenende: weiche Stimme mit konstanten Ausbrüchen der Verzweiflung, Indie-Emo-Gitarren, Schlagzeug zwischen leichtem Regen und ordentlichem Donner. Nicht, dass man das alles so noch nie gehört hätte. Aber die vier Herren aus Atlanta erinnern eindringlich daran, wie viel Freude diese Zutaten immer wieder machen. (7.1/10) S. W.

Blis: Floating Somewhere High and Above

Hot Chip: Why Make Sense? (Domino)

Die Londoner Soundtüftler Hot Chip haben stets zwischen Nerd- und Popkultur vermittelt. Mit ihrem neuen Album „Why Make Sense?“ stellen sie nicht nur den eigenen Sound infrage, sondern bewegen sich geschickt Richtung Disco-Tanzfläche. Zwischen R’n’B, Minimal-Techno und House wird dafür alles durch den Beatfleischwolf gedreht, was geneigten Tastendrückern heilig ist. Das klingt durchaus gut, lässt aber auch ein wenig vom früheren Sound-Purismus vermissen. (7.5/10) Ph. D.

Hot Chip - Need You Now

Die Buben im Pelz: Die Buben im Pelz & Freundinnen (Konkord)

Ein Lausbubenstreich: Die Wiener Musiker und FM4-Journalisten Christian Fuchs (Bunny Lake) und David Pfister gönnen sich nach der einstweiligen Auflösung der Wienerlied-Zerstreuer Neigungsgruppe Sex, Gewalt und gute Laune eine neue Experimentierstube. Für das Debüt ihrer Band Die Buben im Pelz übersetzt das Duo nun den Popmusikschinken „The Velvet Underground & Nico“ (1967) ins Wienerische. Aus den Songklassikern „All Tomorrow’s Parties“ wird bei Fuchs und Pfister „Olle faden Parties“, aus „European Son“ das wunderbar dahinschimpfende „Weana Bua“ und aus „I’m Waiting for the Man“ die durchgeknallte Verliererhymne „Schwedenplatz“. Und dass das Albumcover ein rosa Würstel statt der obligatorischen Warhol-Banane ziert, liegt auf der Hand – lustig ist es aber trotzdem. Mehr Wien geht nicht, echt nicht. (6.8/10) Ph. D.

Die Buben im Pelz & Monsterheart - Tiaf Wia A Spiagl