Neue Alben: Mogwai, Ernst Molden, Der Mann und The City On Film

Neue Alben: Mogwai, Ernst Molden, Der Mann und The City On Film

Letzte Weihnachtsgeschenke: Von Wien über Glasgow bis nach Chicago. profil unerhört bespricht die neuen Alben von Ernst Molden, Mogwai, The City On Film und Der Mann.

Von Philip Dulle und Stephan Wabl

Mogwai: Music Industry 3. Fitness Industry 1 (Rock Action)

Zwei Mogwai-Releases in einem Jahr. Weihnachten muss also unmittelbar vor der Türe stehen! Die aktuelle EP „Music Industry 3. Fitness Industry 1“ legt drei unveröffentlichte Songs von den „Rave Tapes“-Aufnahmen und drei Remixes des heuer veröffentlichten Albums unter den Weihnachtsbaum. Vor allem der Opener „Teenage Excorcist“, mit Gesang und 1980er-Jahre Rock, macht erneut jede Sekunde deutlich, welch unglaublich schönes Gespür die Herren aus Glasgow für Melodien und Rhythmus haben. Nils Frahms sanfter Remix von „The Lord Is Out Of Control“ am Ende fällt wiederrum wie wohlige Schneeflocken in die glasklare Winterlandschaft. Wer es heuer zu Weihnachten fein haben möchte: Hier ist der Soundtrack dafür! (7.8/10) S. W.

Der Mann: Wir sind der Mann (Staatsakt)

„Das Leben ist ein Irrtum“, stellt die Berliner All-Star-Band Der Mann im Eröffnungsstück „Menschen machen Fehler“ ihres neuen Albums „Wir sind der Mann“ fest, nur um ein paar Strophen weiter festzustellen, dass man in Zeiten einer allgemeinen Rast- und Lieblosigkeit nur nicht die Ruhe verlieren sollte. „Denn vielleicht“, so der Weisheit letzter Schluss, „bleib ich ruhig und zieh mir erst mal ein Bier rein“. Ein Ratschlag der Band rund um Labelbetreiber Maurice Summen und Andreas Spechtl (Ja, Panik), der sich mitunter auch für die Weihnachtsfeiertage eignet. Alles wird gut. (7.4/10) Ph. D.

The City On Film: La Vella (Polyvinyl)

Bob Nanna hat heuer mit seiner Emo-Indierock-Band Braid nach 16 Jahren wieder ein Album veröffentlicht. Das war eine gute Nachricht. Mit seinem Soloprojekt The City on Film hat der Enddreißiger nun nach langen Jahren ebenfalls wieder ein Album aus dem Hut gezaubert. Und obwohl sich Nannas Solowerk nicht allzu merklich von seiner Arbeit mit Braid unterscheidet: Auch das ist eine gute Nachricht. (7.0/10) S.W.

Ernst Molden: Regn en Wien (Monkey Music)

Entspannte Abgeklärtheit, vulgärer Witz und dunkle Poesie: Die Wiener Singer-Songwriter-Einzigartigkeit Ernst Molden beschert uns mit „Regn en Wien“ ein vorweihnachtliches Kompendium räudiger Poesie. Inmitten dieser 24 Stücke umfassenden Liedersammlung, ausgewählt vom Musiker und Journalisten Robert Rotifer, wird dann auch schnell klar, worin der große Reiz des Großstadtromantikers und Singer-Songwriters Molden liegt; wie man regionalen Anspruch mit Weltoffenheit verbindet und warum der Künstler himself , auch nach unzähligen Lebensabschnittsalben, nicht müde wird, sich an seiner Heimat Wien, den hiesigen Menschen und Eigenheiten abzuarbeiten. Kein Künstler hat es in den letzten zehn Jahren so gut verstanden, dieser Stadt ein Gesicht zu singen. (8.5/10) Ph. D.

profil-Wertung:
Von "0" (absolute Niederlage) bis "10" (Klassiker)

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