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Im Nudisten-Camp
05/28/2016

Neue Alben: The Hotelier, The Kills, Bob Dylan

Neue Alben: The Hotelier, The Kills, Bob Dylan

von Stephan Wabl

The Hotelier: Goodness (Tines Engines)

Album Nummer drei der Pop-Punk-Emo-Rock-Band aus dem Raum Bosten - und das Leben fühlt sich langsam leichter an! War das Vorgängeralbum noch von Zweifel, unsicheren Zeiten und Suchen geprägt, erfreuen sich die vier Herren mittlerweile etwas mehr an ihrem Dasein. Ja, die Welt ist immer noch die Welt und die Wahlen in ihrer Heimat können schon stirnrunzeln bereiten. Aber im eigenen Leben hat man so langsam seinen Platz gefunden, ist unterwegs auf Tour und die Lieder finden immer mehr Anklang. Da kann man auch einmal durchatmen, sich umschauen, sich an Freunden und Freundinnen erfreuen, ein paar Zeilen anstimmen und dann auch einmal ein Bier aufmachen. Denn die Welt wird sich eh wieder weiterdrehen - und nichts bleiben wie es gerade ist. Aber im Moment ist es ganz fein! (7.5/10) S.W.

The Kills: Ash & Ice (Domino)

Ein Leben aus Asche und Eis. Fünf lange Jahre nach ihrem letzten Album veröffentlicht das US-Indie-Duo The Kills dreizehn Songs zwischen gefährlicher Obsession, düsterer Prophezeiung und heiklem Liebesleben. Jamie Hince und Alison Mosshart wissen, wie das richtige Leben da draußen klingt. Hince musste sich erst von einer Handoperation kurieren, bevor er wieder mit dem Gitarrespielen beginnen konnte. The Kills klingen auf „Ash & Ice“ zurückhaltender und weniger rau, spielen mit dem Gefühl der inneren Zerrissenheit und berühren dabei wie schon lange nicht. (7.0/10) Ph. D.

Bob Dylan: Fallen Angels (Sony)

Natürlich war nicht zu erwarten, dass Bob Dylan an seinem 75. Geburtstag zur großen Guten-Abend-Revue ausholen würde. Andererseits bewegt sich der Meister unaufhaltsam fort, auch wenn er wie auf „Fallen Angels“ mal wieder in den Rückspiegel blickt. Sein neuestes, 37. Studioalbum ist ein weiteres voller Cover-Songs, die man bis auf eine Ausnahme in der Interpretation von Frank Sinatra kennt. Aber Dylan covert die Songs nicht nur, er schmiegt sich ganz langsam an sie ran, berührt sie nur ganz kurz, spielt mit ihnen und bewegt sich dann wieder fort. Dylan hat sich in den letzten Jahren ohnehin zu einem gefühlvollen Alterscrooner gewandelt, der den letzten Rest seiner Stimme auf diese Platte hievt und dabei seinen Frieden mit dem eigenen Alter gefunden zu haben scheint. (6.7/10) Ph. D.

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