Die Oscar-Gewinner 2015: "Birdman" bester Film, Oscar für Snowden-Doku "Citizenfour"

NSA-Aufdecker Edward Snowden in "Citizenfour": Oscar für beste Dokumentation
NSA-Aufdecker Edward Snowden in "Citizenfour": Oscar für beste Dokumentation

NSA-Aufdecker Edward Snowden in "Citizenfour": Oscar für beste Dokumentation

Die Würfel sind gefallen: Favorit "Birdman" wurde bei der 87. Oscar-Verleihung in Los Angeles als bester Film ausgezeichnet. Julianne Moore und Eddie Redmayne wurden als beste Hauptdarsteller ausgezeichnet. Der Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film ging mit "Ida" erstmals an Polen. Als beste Dokumentation wurde "Citizenfour" ausgezeichnet, in dem es um die Snowden-Enthüllungen geht.

"Birdman" gewinnt Königskategorie "Bester Film"

"Birdman" holt die Königskategorie: Bei der 87. Oscar-Verleihung in Los Angeles ist das Werk als bester Film ausgezeichnet worden. Die Satire von Regisseur Alejandro Gonzalez Inarritu hat damit insgesamt vier Trophäen bei der Gala im Dolby Theatre für sich reklamieren können. Zuvor gingen bereits die Auszeichnungen für Regisseur, Originaldrehbuch und Kamera an "Birdman".

Bester Film: Broadway-Satire "Birdman"

Der Streifen konnte sich damit gegen die ebenfalls als hohe Favoriten gehandelten "Boyhood" von Richard Linklater und Wes Andersons "The Grand Budapest Hotel" durchsetzen. Ebenfalls ungekürt blieben Morten Tyldums "The Imitation Game", James Marshs "The Theory of Everything (Die Entdeckung der Unendlichkeit)", Clint Eastwoods "American Sniper", Ava DuVernays "Selma" und Damien Chazelles "Whiplash".

Julianne Moore als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet

Nach vier erfolglosen Nominierungen hat es beim fünften Mal geklappt: Julianne Moore wurde als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Sie nahm die Trophäe für ihre Rolle als Alzheimerkranke in "Still Alice" aus den Händen von Matthew McConaughey entgegen.

Vier Nominierungen, ein Oscar: Julianne Moore

Der 54-Jährige Hollywoodstar hatte bereits im Vorfeld als klare Favoritin gegolten. Unter der Regie des Duos Richard Glatzer und Wash Westmoreland lieferte Moore eine Performance, für die sie bereits bei den Hollywood Film Awards, dem National Board of Review Awards und nicht zuletzt den Golden Globes gewürdigt worden war. Ihre Konkurrentinnen Reese Witherspoon, Rosamund Pike, Felicity Jones und Marion Cotillard blieben in der Königinnenkategorie für Schauspielerinnen hingegen ungekrönt.

Eddie Redmayne ist bester Hauptdarsteller

Eddie Redmayne wurde seiner Favoritenrolle bei der Oscar-Verleihung gerecht und als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Der 33-jährige Brite erhielt den Preis aus den Händen von Vorjahressiegerin Cate Blanchett für seine Rolle des an ALS erkrankten Physikers Stephen Hawking in dem Drama "Die Entdeckung der Unendlichkeit".

Redmayne, der erstmals für einen Oscar nominiert war und für seine Darstellung bereits u.a. mit einem Golden Globe, einem BAFTA-Filmpreis und dem SAG-Award ausgezeichnet wurde, ließ wie erwartet seine US-amerikanischen Konkurrenten Michael Keaton ("Birdman"), Steve Carell ("Foxcatcher") und Bradley Cooper ("American Sniper") sowie Landsmann Benedict Cumberbatch ("The Imitation Game") hinter sich.

"Citizenfour" als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet

"Citizenfour" über Edward Snowden ist als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet worden. Die deutsche Koproduktion der US-Regisseurin Laura Poitras dreht sich um die Enthüllungen Snowdens zu den Überwachungsprogrammen des US-Geheimdienstes NSA. Der deutsche Regisseur Wim Wenders, der für "Das Salz der Erde" nominiert war, ging damit erneut leer aus.

Laura Poitras und Glen Greenwald mit dem Oscar für "Citizenfour"

"Die Enthüllungen Edward Snowdens haben nicht nur eine Bedrohung unserer Privatsphäre offenbart, sondern auch der Demokratie an sich", sagte Poirtras in ihrer Dankesrede: "Wir verlieren die Möglichkeit der Kontrolle." Sie dankte Snowden, der mittlerweile Asyl in Russland erhalten hat, für seinen Mut und teilte den Award mit "Glenn Greenwald und Aufdeckungsjournalisten wie ihn".

Alejandro Gonzalez Inarritu zum besten Regisseur gekürt

Alejandro Gonzalez Inarritu wurde für "Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)" zum besten Regisseur gekürt. Der Mexikaner hat mit seiner neunfach nominierten Satire u.a. seinen Mitfavoriten Richard Linklater ("Boyhood") ausgestochen, den er auf dem Weg zur Bühne umarmte. Zuvor hatte Inarritu bereits den Preis für das beste Drehbuch gewonnen.

Inarritu war bereits 2007 für "Babel" für einen Regie-Oscar nominiert, hatte damals aber gegenüber Joel und Ethan Coen ("No Country for Old Men") das Nachsehen. Mit "Birdman" erzählt der sonst für schwere Stoffe bekannte 51-Jährige von einem ehemaligen Hollywoodstar (gespielt von Michael Keaton), der seine Karriere mit der Inszenierung eines Broadway-Stücks wiederbeleben will. Weiters in der Kategorie nominiert waren Bennett Miller ("Foxcatcher"), Morten Tyldum ("The Imitation Game") und Wes Anderson ("Grand Budapest Hotel").

Patricia Arquette als beste Nebendarstellerin geehrt

Patricia Arquette ist als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet worden. Für ihren Part als Mutter in Richard Linklaters "Boyhood" wurde die 46-Jährige wie erwartet mit der zweiten Goldstatuette des Abends in den Schauspielerkategorien geehrt. Sie nahm ihren Preis aus den Händen von Vorjahresgewinner Jared Leto entgegen.

Siegerin der Herzen: "Boyhood"-Übermama Patricia Arquette

Sie dankte ihrer "Boyhood"-Familie und forderte in ihrer Rede gerechte Bezahlung und gleiche Rechte für Frauen in den USA. Arquettte spielt in dem Coming-of-Age-Film die alleinerziehende Mutter Olivia und stand für das Ausnahmeprojekt über mehr als ein Jahrzehnt wiederholt vor der Kamera. Mit ihrem ersten Sieg bei der ersten Nominierung ließ Arquette Emma Stone ("Birdman"), Keira Knightley ("The Imitation Game"), Meryl Streep ("Into the Woods") sowie Laura Dern ("Der große Trip - Wild") hinter sich.

J.K. Simmons als bester Nebendarsteller ausgezeichnet

Der 60-Jährige J.K. Simmons wurde für seinen Part als sadistischer Musiklehrer im Jazzdrama "Whiplash" mit der Goldstatute als bester Nebendarsteller ausgezeichnet. Er bedankte sich bei seiner Familie und rief die Zuschauer auf, wieder einmal bei den eigenen Eltern anzurufen.

Simmons konnte mit der heutigen Auszeichnung gleich seine erste Oscar-Nominierung in eine Trophäe verwandeln. Die Kollegen Edward Norton ("Birdman"), Ethan Hawke ("Boyhood"), Mark Ruffalo ("Foxcatcher") und Robert Duvall ("Der Richter") schauten hingegen durch die Finger.

Die Oscar-Gewinner 2015

Bester Film
"Birdman" (Regie: Alejandro Gonzalez Inarritu)
Regie
Alejandro Gonzalez Innaritu ("Birdman")
Hauptdarsteller
Eddie Redmayne ("Die Entdeckung der Unendlichkeit")
Hauptdarstellerin
Julianne Moore ("Still Alice")
Nebendarstellerin
Patricia Arquette ("Boyhood")
Nebendarsteller
J.K. Simmons ("Whiplash")
Fremdsprachiger Film
"Ida" (Polen)
Kamera
Emmanuel Lubezi ("Birdman")
Originaldrehbuch
Alejandro G. Innaritu, Nicolas Giacobone, Alexander Dinerlaris Jr. Armando Bo ("Birdman")
Adaptiertes Drehbuch
Graham Moore ("The Imitation Game")
Schnitt
Tom Cross ("Whiplash")
Filmmusik
Alexandre Desplat ("Grand Budapest Hotel")
Filmsong
"Glory" aus Selma
Produktionsdesign
Adam Stockhausen, Anna Pinnock ("Grand Budapest Hotel")
Tonschnitt
Alan Robert Murray, Bub Asman ("American Sniper")
Tonmischung
Craig Mann, Ben Wilkins, Thomas Curley ("Whiplash")
Spezialeffekte
Paul franklin, Andrew Lockley, Ian Hunter, Scott Fisher ("Interstellar")
Animationsfilm
"Big Hero 6" ("Baymax")
Animations-Kurzfilm
"Feast"
Dokumentarfilm
"Citizenfour"
Dokumentar-Kurzfilm
"Crisis Hotline: Veterans Press 1"
Make-up/Frisur
Frances Hannon, Mark Coulier ("Grand Budapest Hotel")
Kostümdesign
Milena Canonero ("Grand Budapest Hotel")
Kurzfilm
"The Phone Call"