Wiener Festwochen: Belgier Christophe Slagmuylder übernimmt

Christophe Slagmuylder leitet in Zukunft die Wiener Festwochen

Christophe Slagmuylder leitet in Zukunft die Wiener Festwochen

Schnelle Neubesetzung der Wiener Festwochen: Der belgische Kurator Christophe Slagmuylder wird den abservierten Tomas Zierhofer-Kin ersetzen.

Die internationale Vernetzung der neuen Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler macht sich bereits jetzt, wenige Wochen nach ihrem Amtsantritt, bezahlt. In Sachen Festwochen wird sie diese Woche eine erstklassige Kraft aus dem Hut zaubern: Am Mittwoch wird sie im Rahmen einer Pressekonferenz den Belgier Christophe Slagmuylder, 51, als Nachfolger des erst vor wenigen Tagen überraschend zurückgetretenen Tomas Zierhofer-Kin präsentieren.

„Festivals sind besondere Orte“

Untätig war und ist der gebürtige Brüsseler, Spezialist für Gegenwartstheater, zeitgenössische Kunst und visuelle Theorie, allerdings nicht: Als Festivalchef hat sich der europaweit geschätzte Kurator in seiner Heimatstadt vor allem beim renommierten Kunstenfestivaldesarts profiliert, bei dem er bereits seit 2002 arbeitet und das er seit 2007 leitet. Und Ende Februar erst wurde Slagmuylder zum Programmdirektor des – nur alle drei Jahre angesetzten – Festivals Theater der Welt designiert, das im Mai 2020 in Düsseldorf stattfinden wird. Der Termin ist für die traditionell im Mai und Juni laufenden Festwochen ungünstig. Eine entscheidende Frage wird also darin bestehen, ob Slagmuylder die Festwochen bloß interimistisch, für die Ausgabe 2019, übernehmen wird – oder doch längerfristig.

„Festivals sind besondere Orte“, erklärte Slagmuylder vor vier Monaten, als er die Programmdirektion von Theater der Welt annahm. „Sie können es sich erlauben, sich abseits der ausgetretenen Pfade zu bewegen. Sie bieten eine außergewöhnliche Erfahrung der Gegenwart, indem sie Künstler und künstlerische Arbeiten aus verschiedenen Teilen der Welt auf Zeit zusammen bringen. Sie eröffnen die Möglichkeit, die Zukunft zu denken, indem sie den Austausch von Ideen befördern.“ Man mag dies nun auch als erste programmatische Ansage hinsichtlich der kommenden Wiener Festwochen lesen.