Wu-Tang Clan feiert mit "A Better Tomorrow" seinen Zwanziger

Wu-Tang Clan feiert mit "A Better Tomorrow" seinen Zwanziger

Der Wu-Tang Clan feiert seinen Zwanziger – mit Querelen und einjähriger Verspätung.

Von Florian Wörgötter

Das Debüt des Wu-Tang Clans – „Enter the Wu-Tang: 36 Chambers“ (1993) – traf wie ein Fingerstich von Bruce Lee. Mit ihrem Shaolin-Style stellte die furiose Bande um die charismatischen Rapper GZA, Method Man und Raekwon den HipHop auf den Kopf. Mastermind und Producer RZA formte den Pulk aus Staten Island zu einer Familie – und einem Imperium, das geschickt Musik- und Modeindustrie infiltrierte. Das sechste Album, „A Better Tomorrow“, hätte 20 Jahren Wu-Familienhistorie ein Denkmal setzen sollen, offenbar sind Geschäft, Kunst und Egos der neun Rapstars aber nur mehr schwer zu vereinen, wie Musiker Raekwon während den Aufnahmen bereits kritisierte. Tatsächlich vermögen die nostalgischen Absichten RZAs die teils schwerfälligen Beats und farblosen Refrains nicht zu beschönigen. Zurück bleiben das Zerrbild eines besseren Gestern und das Gefühl eines Pflichtbesuchs bei Verwandten, die ohne Familie leichter zurechtkommen würden.