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Krimkrams

Faymann Putin - <small><i>Rainer Nikowitz</i></small>
Krimkrams

Bundeskanzler Werner Faymann hat Österreich als Vermittler im Krim-Konflikt angeboten. Na dann los!

Putin: Genosse Werner! Schön, Sie zu sehen!
Faymann: Ganz meinerseits! Aber wir sagen nicht mehr Genosse.

Putin: Sie vielleicht nicht.
Faymann: Herr Präsident, gestatten Sie mir gleich am Anfang einmal die Frage: Was gedenken Sie denn zur Lösung dieses Konflikts beizutragen?

Putin: Ich chätte eine Gegenfrage: Nächstes Jahr im Jänner – wird da Winter sein?
Faymann: Davon gehe ich aus.

Putin: Und wollen Ihre Wähler im Sandleitenchof in Ottakring dann vielleicht cheizen?
Faymann: Sie kennen den Sandleitenhof? Stark! Woher?

Putin: Ich war KGB-Offizier. Ich kenne die Farbe Ihrer Unterhose.
Faymann: Schwarz!

Putin: Das war gestern. Heute haben Sie die rot-blaue mit dem Superman-Logo an.
Faymann: Äh …, ja. Wir waren bei meinen Wählern im Sandleitenhof.

Putin: Brauchen die zum Cheizen russisches Gas?
Faymann: Na ja, schon. Aber …

Putin: Wie sagt man im Sandleitenchof? „Chätt ma des a besprochen!“
Faymann: Aber Sie können sich doch im Europa des 21. Jahrhunderts nicht einfach einen Teil eines anderen Landes unter den Nagel reißen!

Putin: Kann ich nicht? Chab ich schon!
Faymann: Und Sie wollen wirklich behaupten, dass diese Annexion demokratisch legitimiert ist? Das Referendum war doch eine Farce.

Putin: Es waren Wahlbeobachter aus Österreich da: die Cherren Stadler, Gudenus und Chübner. Die chaben gesagt, das Referendum war legitim.
Faymann: Die drei Vögel sagen noch ganz andere Sachen, wenn der Tag lang ist.

Putin: Solange sie meinen Speichel lecken, sind andere Sachen nicht mein Wodka.
Faymann: Herr Präsident, die internationale Gemeinschaft wird das nicht hinnehmen! Denken Sie doch an die Sanktionen. Die werden schlimme Folgen für Russland haben.

Putin: Ja. Der stellvertretende Parteisekretär von Tscheljabinsk darf nicht mehr in den Westen reisen. Furchtbar! Vor allem, weil er noch nie dort war.
Faymann: Und dass Russland aus der G8-Gruppe ausgeschlossen wurde, stört sie auch nicht?

Putin: Keine Abendessen mit Angela Merkel mehr! Auch furchtbar.
Faymann: Aber wenn die EU wirklich Ernst macht mit harten Wirtschaftssanktionen – glauben Sie nicht, dass die russische Wirtschaft darunter extrem leiden wird?

Putin: Ich chätte eine Gegenfrage: Nächstes Jahr im Jänner – wird da Winter sein?
Faymann: Langsam geht ma da Schmäh aus.

Putin: Mir nicht. Wie geht es meinem guten Freund Karli Schranz?
Faymann: Sie wissen, welche Unterhose ich anhabe, aber das wissen Sie nicht?

Putin: Doch. Ich wollte nur Konversation machen, damit Ihnen die Situation nicht allzu peinlich wird.
Faymann: Versuchen wir es doch einmal anders herum: Was sollte die internationale Gemeinschaft Ihrer Meinung nach jetzt tun?

Putin: Sie könnte im UN-Sichercheitsrat eine Resolution einbringen, in der das russische Vorgehen verurteilt wird.
Faymann: Das hat sie ja eh schon gemacht. Russland hat sein Veto eingelegt und fertig.

Putin: Dann soll es die internationale Gemeinschaft eben noch einmal versuchen.
Faymann: Russland wird aber wieder sein Veto einlegen.

Putin: Selbstverständlich.
Faymann: Aber dann können wir doch gleich zum Salzamt gehen!

Putin: Salzamt, Sichercheitsrat – wie Sie dieses Ding nennen wollen, bleibt Ihnen überlassen.
Faymann: Ist es Ihnen denn völlig egal, was die anderen von Ihnen denken?

Putin: Nur, wenn es keine Russen sind. Aber die denken ohnehin das Richtige von mir.
Faymann: Alle?

Putin: Bis auf die, die sich dann zu einem Umzug in die endlosen Weiten Sibiriens entschließen.
Faymann: Das ist ja das nächste Problem. Man erwartet von mir natürlich auch, dass ich die Menschenrechtssituation in Russland anspreche. Das tue ich hiemit.

Putin: Chätt ma des a besprochen!
Faymann: Wollen Sie mich wirklich mit völlig leeren Händen heimfahren lassen?

Putin: Nein, das wäre unchöflich. Sie haben ja zu Ihrem und zum Glück Ihrer Wähler im Sandleitenchof meine Olympischen Spiele besucht. Darf ich Sie auch gleich unmissverständlich zur Fußball-Weltmeisterschaft einladen?
Faymann: Die ist doch erst 2018. Was weiß ich, ob ich da noch Bundeskanzler bin.

Putin: Ach so, das chabe ich jetzt vergessen. Ihr Wahlrecht ist ja leider noch ein wenig unterentwickelt. Können da nicht vielleicht die Cherren Stadler, Gudenus und Chübner chelfen?
Faymann: Die täten nichts lieber als das.

Putin: Na also! Gut, wenn sonst nichts mehr ist – ich müsste dann nämlich kurz einmal mit nacktem Oberkörper einen beeindruckenden 25-Kilo-Checht fangen gehen.
Faymann: Wo?

Putin: In der russischen Teilrepublik Lettland.
Faymann: Lettland ist doch keine russische Teilrepublik.
Putin: Sagt wer?

rainer.nikowitz@profil.at