<small><i>Rainer Nikowitz</i></small>
By us in se mountains

Wie erst jetzt bekannt wird, hat Tirols Jägermeister Günther Platter im Team-Trainingslager noch viel mehr aufgeweckten Small Talk begangen.

Platter: Yo man, dig this! You’re my nigger! How do you do?
Alaba: Ich nehme an, Sie halten das für Englisch. Aber Sie können ohnehin ruhig Deutsch mit mir reden. Ich bin Österreicher.
Platter: Oba geh! Dos kannsch du ­deiner Großmutter im Dschungel erzählen. I bin ein gelernter Gendarm, vaschtehsch? Police, you know? So was gibsch bei euch ja wahrscheinlich gar nit. I hab a untrügliches Gespür, ob oana die Wahrheit sagt oder nit. Einen Riecher, wia ma in unserer Sprach sagt, woasch scho?

Alaba: Ihren sicherlich beeindruckenden Riecher in allen Ehren, aber: Ich bin tatsächlich in Wien geboren.
Platter: Look you what on! Und dos isch wirklich wahr?

Alaba: Muss ich erst auf ein Schnitzel schwören?
Platter: A Weana also … No jo. Dos auch noch. Du willsch es wirklich wissen, oder? Hat dir Neger alloan nit gereicht, ha?

Alaba: Also, ich weiß nicht, was Sie im Westen immer haben. Ich find Wien echt super.
Platter: Dos kimmt natürlich immer auf den Blickwinkel drauf an. Wenn ma woaß, ma tät eigentlich von Rechts wegen nach Dschibuti oder so ghören, dann isch Wean sicher nit so schlecht. Wohin tätscht denn du eigentlich ghören? Also, so genetisch praktisch?

Alaba: Mein Vater ist Nigerianer und meine Mutter Philippinerin.
Platter: Ja, bischt du narrisch! Dos isch ja vielleicht eine wülde Mischung. Wobei, dos Gschlitzte tät ma dir gar nit ansehen, wenn man’s nit wissert. Und i kenn mi aus mit dem Fremden als solchen, i war ja auch eine Zeit lang sehr erfolgreich als Abschiebeminischter tätig.

Alaba: Aber jetzt sind Sie Landeshauptmann, oder wie?
Platter: Ja, was soll denn die Frag? So fallt ma aber schnell durch beim Staatsbürgerschaftstescht. Kannsch froh sein, wenn i dos nit melde! Kennsch du mi leicht nit?

Alaba: Doch, doch. Obwohl ich mich ehrlich gesagt an sich für österreichische Provinzpolitik nicht so interessier.
Platter: Also, dos isch ja … So a dahergelaufenes Bürscherl und schwarz a no und dann goschert? Was hoaßt denn do Provinz?

Alaba: Das war ja nicht bös gemeint. Obwohl man ja schon sagen muss, dass dieser übertriebene Föderalismus in Österreich doch eigentlich nur mehr als Selbstzweck für die Parteien existiert, oder?
Platter: A so gscheit, wia der da daherredet! Mir samma ja nit bei de Hottentotten, dass i mir dos gfallen lassen muass von irgendeinem Ferschler, den koana kennt. Bei welche Bloßfüßigen spielsch denn du überhaupt?

Alaba: Bayern München.
Platter: Aha! Da hamma’s! Kennt koa Sau nit.

Alaba: Sie interessieren sich nicht so für Fußball, oder? Warum sind Sie dann überhaupt da?
Platter: Damit morgen in der Zeitung steht: „Hoher Besuch im Teamcamp!“

Alaba: Wieso? Wer kommt denn heute noch?
Platter: Ah so eine Frechheit! Was glaubsch denn du, mit wem du di da anlegsch? I werd jetzt dafür sorgen, dass du nimmer dos heilige rot-weiß-rote Trikot tragen derfsch! Dann kannsch zruckgehen nach Wean und mit deine Freund in der U-Bahn Drogen verkaufen!

Alaba: Ist gut, Herr … Entschuldigung, wie war Ihr Name noch einmal?
Platter: Also, das isch ja … Trainer! Sie da! Den Neger hauen Sie gfälligsch raus, verstanden?

Koller: Sind Sie verrückt geworden? Ich denke ja gar nicht daran.
Platter: Na, mit der Einschtellung werden Sie in Öschterreich aber nit weit kemman, dos kann i Eana schon sagen.

Koller: Ist gut. Können wir jetzt weitertrainieren?
Platter: Sie … Sie sein a koa Öschterreicher nit, oder? Dos hört ma glei an der komischen Ausschproch.

Koller: Ich bin Schweizer.
Platter: Soso! No, wenn Sie wollen, doss dos Arbeitsvisum verlängert wird, dann sollten Sie oa weng kooperativer sein, oder?

Koller: Hören Sie, Herr Landeshauptmann, es ist ja sehr schön, dass Sie aus mir unbegreiflichen Gründen geglaubt haben, uns hier besuchen zu müssen, aber jetzt würden wir dann gerne weitermachen. Wir müssen uns schließlich auf ein Spiel vorbereiten.
Platter: Na guat. Von mir aus. Dann will ich noch oamal Gnade vor Recht ergehen lassen. Weil auch Spitzenpolitiker haben ein Herz, jawohl.

Koller: Ja, gut so Zlatko! Und jetzt den Pass auf den Marko!
Platter: Ja, sag oamal, wo bin i denn do? Dos hört sie ja an wie beim Rundgang in an Schubhaftzentrum. Wer sein nocha de zwoa?

Alaba: Marko Arnautovic und Zlatko Junuzovic.
Platter: Ah! Tschetnik Ustascha Dragica! Plavac Cevapcici Krajnska Gora? Nema Problema! Was du sagen, ha? Schon bessa spielta Fußball fir Esterreich als roboti roboti auf Baustelle, oder?

rainer.nikowitz@profil.at