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Rainer Nikowitz
05/11/2013

Rainer Nikowitz Dreiecksgeschichte

Dreiecksgeschichte

von Rainer Nikowitz

Faymann: I kann nimmer! De hamma braucht wie an Kropf.
Spindelegger: Wie wann ma net scho zu zweit entscheidungsunfähig genug gwesen wären.

Faymann: A Dreierkoalition! Wie kann uns der Wähler sowas antun?
Spindelegger: Er wird scho sehen, was er davon hat.

Faymann: Also, eins is klar: Die SPÖ hat si zwar immer dagegen gewehrt, aber no a Verhandlungsrunde mit de Grünen und i bin a für a Mehrheitswahlrecht.
Spindelegger: Hoffentlich für a minderheitenfreundliches.

Faymann: Auf keinen Fall!
Spindelegger: Grüne Handschrift im ­Regierungsprogramm, grüne Handschrift – wann i des scho hör!

Faymann: Dabei war doch die Stärke von unserem vorherigen Regierungsprogramm genau de, dass überhaupt ka Handschrift zu erkennen war.
Spindelegger: Außerdem muss i euch echt Abbitte leisten. I hab immer glaubt, ihr seid’s linke Tagträumer. Aber jetzt weiß i, dass ihr in der Disziplin nur blutige Amateure seid’s.

Faymann: I hab eigentlich a immer glaubt, mehr als bei der SJ geht gar net. Aber ma lernt nie aus. Im Vergleich zu den Steuerplänen von den Grünen schauen unsere aus wie a Sackgassen im Südburgenland gegen den Verteilerkreis Favoriten. Wenn ma des wirklich umsetzen täten, dann brauchert i a an Briefkasten in Jersey.
Spindelegger: Dann borg i dir meinen.

Faymann: Dass wir uns einmal so nahe kommen, hätt i nie gedacht.
Spindelegger: Tja. Was ein gemeinsamer Freund alles ausmacht …

Faymann: Und i muss mi übrigens a no entschuldigen. I hab immer glaubt, ihr seid’s a total spießige Law-and-Order Spaßbremsen. Aber jetzt weiß i erst, wie nervtötender Paternalismus richtig geht!
Spindelegger: Wenn i mi mit wem unterhalten will, der 24 Stund am Tag moralisch überlegen is und mir alles verbietet, dann check i ma a Audienz beim Papst. I mein, wenn sogar scho i den Drang verspür, einmal so ein richtig böser Bub zu sein – des heißt was! Gestern hab i davon träumt, dass i mit der Glawischnig bei an antiheteronormativen antikapitalistischen veganen Vietnamesen gsessen bin.

Faymann: Des is net bös. Des is deppert.
Spindelegger: Und dann hab i ganz laut gfragt, ob’s an Zigeunerspieß ham!

Faymann: Subversiv!
Spindelegger: Tja. So schaut ein Stadtguerilla heute aus.

Faymann: I stell mir ja manchmal vor, dass i in der Nacht maskiert ausruck und sämtliche Fahrradlständer umsagl, de i find.
Spindelegger: Huhu! Das Neubau-Kettensägenmassaker! Du weißt aber hoffentlich schon, dass Gewalt keine Lösung ist?

Faymann: Setz mi einen Nachmittag in den grünen Bundeskongress und i bin mir nimmer sicher.
Spindelegger: Einen ganzen Nachmittag? Des fallt unter mildernde Umstände!

Faymann: Höhö! Du bist ja voll lustig, heast! I weiß net, was alle immer ham.
Spindelegger: Und du bist gar net nur a Abziagbüdel mit Krawatten.

Faymann: Des Blöde is halt nur, dass wir zwa Burschen miteinander ka Mehrheit mehr ham.
Spindelegger: Ja. Des is die traurige Wahrheit, der wir uns stellen müssen.

Faymann: Also müss ma irgendwie …
Spindelegger: Und wenn’s no so weh tuat …

Faymann: Pscht! I glaub, sie kummt!
Spindelegger: Um Gottes Willen! Frauen und Kinder zuerst!
Faymann: Hör auf! Sonst muss i lachen! Und lachen bedeutet a Strafrunde!

Glawischnig: No, meine HerrInnen? Seid’s ihr endlich zu einem Ergebnis gekommen unsere Koalitionsbedingungen betreffend?
Faymann: No net. Wir überlegen no, ob wir net doch lieber beide in Opposi­tion gehen sollen.

Glawischnig: Witzig! No, das wird euch schon noch vergehen. Wir haben nämlich noch ein paar Forderungen, auf deren Erfüllung wir bestehen.
Spindelegger: Jö. I wollt scho fragen.

Glawischnig: Unsere Antidiskriminierungsbeauftragte hat in einem uns alle sehr betroffen machenden Bericht festgestellt, dass in Österreich noch nie eine Burkaträgerin einen Vertrag als Dessousmodel bekommen hat. Da ­haben wir eine Bringschuld, die nach einer Quotenregelung schreit.
Spindelegger: Ganz laut, ja.
Faymann: Fast so laut wie bei der Unterrepräsentierung von Transgender-Personen unter den Mittelstürmern in der Bundesliga.

Glawischnig: Außerdem sollten wir den Spitzensteuersatz doch schon bei ­einem Einkommen von 3000 Euro brutto beginnen lassen. Es sollen nämlich gefälligst die für die Krise zahlen, die sie verursacht haben – die Superreichen.
Spindelegger: Ganz klar. Unsolidarische Ausbeuterschweine, die.

Glawischnig: Und dann sind uns noch a paar Sachen eingfallen …
Faymann: Ah! Da fallt mir auch was voll Wichtiges ein!
Spindelegger: Was denn?
Faymann: Die Telefonnummer vom Stronach!

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