Rainer Nikowitz: Feinde! Überall Feinde!

Rainer Nikowitz: Feinde! Überall Feinde!

Es war wieder einmal keine leichte Woche im von allen Seiten belagerten Schützengraben der FPÖ.

Die linkslinken gleichgeschalteten Lügenpressesystemmedien berichteten vergangene Woche übereinstimmend – angefangen mit der Schmutzkübelkampagne hat diesmal übrigens das trotzkistische Zentralorgan „Heute“ –, dass der Sicherheitssprecher der niederösterreichischen FPÖ auf der Heimfahrt von der blauen Klubobleutekonferenz in der Wachau ein kleines Hoppala hatte: Er betätigte sich auf der Kremser Donaubrücke als Geisterfahrer. Dies aber – und daran ist das Verantwortungsbewusstsein des Mannes, der im Zivilberuf Polizist ist, auf wirklich eindrucksvolle Weise abzulesen – aus Sicherheitsgründen nicht auf der Fahrbahn, auf der ihm der Verkehr zweispurig entgegengebrandet wäre, sondern auf dem daneben befindlichen, mit einem Gitter abgetrennten Radweg.

Statt dem Mann aber nun einen Orden dafür zu verleihen, dass er durch seine Geistesgegenwart vermutlich unzählige Menschenleben gerettet hat, wurde – man merkt natürlich die Absicht und ist verstimmt – ein hinterfotziger Test bei ihm durchgeführt. Und das Ergebnis wird nun wirklich niemanden überraschen, der die in Permanenz tagende Verschwörung gegen die FPÖ längst durchschaut hat: Jemand muss ihm bei der Sitzung Alkohol ins Glas getan haben. Und zwar nicht zu knapp. Alternativ käme auch noch ein einschlägiger Chemtrail in Frage.


Über seinen Donald lässt HC nichts kommen. Nicht einmal einen Faktencheck.

Allerdings konzentrieren sich die Verdachtsmomente vorderhand auf eine Kellnerin, die verlässlichen Insiderhinweisen auf Facebook zufolge einst im verblichenen „Café Rosa“ der Hochschülerschaft auf ihre subversive Ausschanktätigkeit hintrainiert wurde, bevor sie sich in der Wachau mit einem Dirndl als normaler Mensch tarnte – und die darüber hinaus eine Frau ist. Norbert Hofer verwies dazu intern – und gütig lächelnd – auf einen Kernsatz in dem von ihm 2013 herausgegebenen Standardwerk „Für ein freies Österreich“: Nicht umsonst verliere „jede Organisation, wie immer sie geartet sein mag, in den Augen sowohl männlicher als auch weiblicher Betrachter an Ansehen, je höher der Frauenanteil ist“.

„Und je bedeutender die von Frauen bekleideten Funktionen sind!“, ergänzte HC Strache sofort in selbstverständlicher Kenntnis des gesamten Zitats. Und schon verlagerte sich die Diskussion flugs auf ein Feld, auf dem sich die FPÖ ja seit jeher bewegt wie der sprichwörtliche Fisch im Wodka: jenes der Außenpolitik. Schließlich besteht tatsächlich die Gefahr, dass im Weißen Haus demnächst jemand sitzen könnte, dessen Unfähigkeit, die USA auch nur annähernd auf eine Art zu regieren, die mit dem unterfüttert ist, was die FPÖ für gesunden Menschenverstand hält, vollkommen evident ist – und nicht etwa Donald Trump. Und ja, natürlich sind auch Marine Le Pen und Frauke Petry Frauen. Aber das macht sie angesichts von Hillary Clinton sicherlich selbst am traurigsten.

Über seinen Donald lässt HC nichts kommen. Nicht einmal einen Faktencheck. Und schon gar keinen Nachrichtenvorleser, der jetzt noch glaubt, dass er wer sei – der allerdings noch schön schauen wird, wenn er dann nach dem Machtwechsel auf die Mindestsicherung angewiesen ist. Und sie ihm auch noch gekürzt wird. Bis es endlich so weit ist, muss sich HC aber leider noch damit begnügen, Armin Wolf dann und wann in die Parade zu fahren – und sei es, um sich schützend vor Donald zu werfen. „Der Mann gibt an wie ein Pavian, was für ein tolles Gehirn er hat“, hatte Wolf in einem Studiogespräch über Trump gesagt. Dies sei „untergriffige Wahlpropaganda“ und für einen Journalisten eines öffentlich-rechtlichen Senders „unwürdig und völlig inakzeptabel“ giftete Strache.


Er hat eine blauere Nase als jeder FPÖ-Sicherheitssprecher und, pardon, einen blauen Arsch.

Damit hat er natürlich Recht. Pavian geht gar nicht. Zum ersten erinnert der Kupferhelm auf Herrn Trumps Kopf viel eher an einen Orang-Utan. Die haben allerdings erwiesenermaßen tatsächlich ein ziemlich tolles Gehirn, fallen also als Vergleichsobjekt aus. Das Imponiergehabe, auf das Wolf abzielte, ist außerdem bei anderen Primaten ausgeprägter als beim Pavian – man denke nur an den brusttrommelnden Gorilla –, wenn man vielleicht von der Unterart Mandrill absieht. Allerdings erspart sich der Mandrillmann dabei schon recht viel durch sein martialisches Aussehen. Er hat eine blauere Nase als jeder FPÖ-Sicherheitssprecher und, pardon, einen blauen Arsch. Ersteres mag bei Trump zwar auch unter den Make-Up-Schichten aus diversen Erdzeitaltern verborgen liegen, aber nichts Genaues weiß man nicht. Bei zweiterem wird die Beweisführung überhaupt grenzwertig. Vielleicht wüsste Strache da mehr. Und vielleicht hat er sich am Ende ja gar nicht schützend vor Trump geworfen – sondern vor den Pavian. Fragen über Fragen.

Und zu guter Letzt: Harald Dobernig, ehemaliger Kärntner Landesrat, eine der zahlreichen Lichtgestalten, die niemals nirgendwo nichts mit der FPÖ zu tun hatten, wurde wegen Untreue zu 24 Monaten Haft verurteilt, acht davon unbedingt.

Wie gesagt: zu guter Letzt.

rainer.nikowitz@profil.at