Rainer Nikowitz: K. u. K.

Rainer Nikowitz: K. u. K.

Die beiden Männer, die in Bälde die schon ziemlich verkohlten Kastanien für SPÖ und ÖVP aus dem Feuer holen sollen, dinierten in New York zumindest einmal friedlich miteinander. Kind of.

Kern: Schau an, der Herr Außenminister gibt uns die Ehre. Was für ein ausgesprochen hübscher Zufall! Welcher glücklichen Fügung ham wir des denn zu verdanken? Lass mi raten: Hat der Kerry also doch was Besseres vorghabt?
Kurz: Ach, verehrter Herr Bundeskanzler, es is ja in Wirklichkeit so, dass i den scho so oft getroffen hab, dass i gar nimmer weiß, für welche Krise ich ihm noch nicht die Lösung gsagt hab.

Kern: Na ja – i würd davon ausgehen mit Sicherheit einmal für die, die er jedes Mal kriegt, wenn du ihn ungfragt zutextest.
Kurz: Ha! Köstlich! Du, is si eigentlich dein heiß ersehntes Selfie mit dem Obama ausgangen? Oder haben dich die Securities gstoppt, weil sie nicht gwusst haben, wer dieser Stalker wieder is?

Kern: Du wirst es net glauben: I hab die Michelle und den Barack nach Wien eingladen.
Kurz: Wirklich! Das ist ja nett. Und wie hast du des gmacht? Brieflich?

Kern: Weißt, da gibt’s immer so einen Ball im Rathaus, den Life Ball. Vor allem die Michelle war von der Idee, dorthin zu gehen, ganz begeistert. Aber du wirst den natürlich net kennen, des is ja eher nix für Neocons.
Kurz: Ach, weißt du, meine oberste politischen Maxime hat immer schon gelautet: Nix Menschliches ist mir fremd.

Kern: Ja, davon hab i scho ghört. Nicht einmal australische Flüchtlingslager, oder?
Kurz: Uh, Achtung! Fotograf! Am-ei-sen-schei-ße!

Kern: Cheeeeese! So, geht scho wieder.
Kurz: Was wirst denn du eigentlich beim nächsten Life Ball tragen? Neinneinnein, sag nix, i weiß es: Rote Socken, oder? Und zwar nur rote Socken.

Kern: Süß. Du, apropos Gwand: Schicker Anzug, den du da hast. Gibt es jetzt also echt auch scho Maßschneider bei Toys “R” Us?
Kurz: Deiner is auch net schlecht. Von der Stangen, nehm ich an? Nur so wegen der linken Street Credibility. Ach so, nein: Die holt ma si ja heutzutag auf Instagram. Also im linken Cottage quasi.


Schicker Anzug, den du da hast. Gibt es jetzt also echt auch scho Maßschneider bei Toys “R” Us?

Kern: Tja, ma muss si eben entscheiden. Andere sehen sich halt lieber als Pin-up im Herrgottswinkel. Glei neben dem Jungbäuerinnenkalender.
Kurz: Apropos Pin-up: Was hat denn eigentlich der Trudeau gsagt zu deiner so elegant formulierten CETA-Mitgliederbefragung? I mein, der is do an sich dei großes Vorbild, net? Because it’s 2016 und so. Oder … is der am End jetzt auch schon so a eiskalter neoliberaler Konzernbüttel?

Kern: Du, des war a sehr angenehmes Gespräch. Er hat nämlich was, was euch in der ÖVP eher fremd is: Verständnis.
Kurz: Wenn wir des net ohne End hätten, dann wärt’s ihr scho längst dort, wo ihr kan Schaden mehr anrichten könnt’s. In der Opposition.

Kern: Vorsicht, scho wieder a Fotograf! Cheeeeese!
Kurz: A-mei-sen-schei-ße! Danke! Und schönen Gruß zu Hause, gell? So. Sag, wie is denn eigentlich des Essen da?

Kern: Woher soll i des wissen? Hast mi scho amoi von der Seiten angschaut? Von nix kummt nix.
Kurz: Ah so, i vergiss immer, dass du quasi gar nix essen derfst, weil des ja in deinem Alter scho ziemlich anschlagt. Des is ja bei mir zum Glück ganz anders.

Kern: Klar. Ma hat’s da natürlich leichter, wenn ma no im Wachsen is.
Kurz: Stimmt. Vor allem, wenn ma spürt, wie himmelhoch ma dabei der Konkurrenz über den Kopf wachst.

Kern: Was no zu beweisen sein wird, junger Freund.
Kurz: Von mir aus jederzeit. I bin ready and willing. Du ja eher nur willing.

Kern: Dann kündigt’s doch einfach die Koalition auf, und wir schauen uns des an.
Kurz: Des würd euch so passen. Damit’s uns den Schwarzen Peter in die Schuach schieben könnt’s. Macht’s ihr doch Schluss. Und dann gemma auf die Bluatwiesen.

Kern: Du meinst, du und der Mitterlehner? Wääh. Des Gemetzel möcht i lieber net sehen.
Kurz: Vertrau mir: Des wird mehr a technisches K. o. Völlig gewaltfrei.

Kern: Da hast wahrscheinlich sogar ausnahmsweise recht. Und i muss ja eh eins zugeben: Wenn du mir net unbedingt wegen deinem ungsunden Überehrgeiz meinen Job wegnehmen wollen tätst, dann wärst eigentlich eh a ganz patenter Bursch.
Kurz: Und wenn du net hinterrucks den Faymann von dem Sessel gstessen hättst, auf dem in Wirklichkeit scho längst mei Namen stehen sollt, dann würd i durchaus einmal mit dir Joggen gehen.

Kern: Vergiss es. Mit mein Tempo kannst du nie mithalten. Und zwar nirgends.
Kurz: Du meinst, bei Reformen und so? Oder beim der „Krone“ in den A…mei-sen-schei-ße!

Kern: Na geh! Kannst mi net vorher warnen?
Kurz: Cheeeeese!