© Udo Titz

Meinung
01/07/2019

Rainer Nikowitz: Kapitalfehler

Dass die SPÖ-Chefin momentan gegen Vermögenssteuern ist, muss noch nicht zwangsläufig ein Parteiausschlussverfahren nach sich ziehen.

von Rainer Nikowitz

Rendi-Wagner: I hab ja nur gmeint: Jetzt net! Kaiser: Jetzt nit? Wir schmeißen an zentralen Punkt unseres Parteiprogramms ausm Fenster, weil du findst: Jetzt nit? Was gfallt dir im Moment grad no alles nit? Krankenversicherung? Frauenwahlrecht?

Rendi-Wagner: Jetzt übertreib net so! Natürlich bin i nach wie vor für Vermögenssteuern. Kaiser: Wieso sagst dann was anderes?

Rendi-Wagner: Hab i net! I hab nur gsagt: Jetzt net. Kaiser: Pffft!

Rendi-Wagner: I hab halt gfunden, dass des im Moment net so des wichtigste Thema is. In … Neubau. Kaiser: De Sektion acht findets oba sehr wichtig! Wo san de? Josefstadt?

Rendi-Wagner: Alsergrund. Kaiser: Der achte is doch de Josefstadt.

Rendi-Wagner: Aber de Sektion acht is im neunten! So was sollt ma wissen, wenn ma bei uns in der Partei mitreden will. Kaiser: Sollt ma.

Rendi-Wagner: Unbedingt. Kaiser: First things first. Aber wenigstens am zweiten Platz in deine persönlichen Top Ten kunnt dann stehen, doss de SPÖ für Vermögenssteuern is. Und zwar an sich immer.

Rendi-Wagner: Okay. Jetzt pass amoi auf: Ihr habts mir den Job umghängt. Also würd i bis auf Weiteres a bissl a Ruhe schätzen. Kaiser: I kann do nit zuschauen, wenn wer mit verbundene Augen über de Autobahn rennt.

Rendi-Wagner: Schmeichelhafter Vergleich, eigentlich. Kaiser: Wann fang ma bitte an mit Oppositionspolitik? I hätt den Eindruck, a paar Leut könnten drauf warten.

Rendi-Wagner: Willst lieber du …? Kaiser: Immer diese Killerargumente.