© profil.at

Rainer Nikowitz
12/03/2011

Rainer Nikowitz Klientellerwäscher

Klientellerwäscher

von Rainer Nikowitz

Faymann: So. Gemma’s an?
Spindelegger: Ready when you are!

Faymann: Also dann! Ärmel hochgekrempelt und gib ihm!
Spindelegger: Jawollo! Ran an den Feind.

Faymann: Oder … mach ma vielleicht do zerscht amoi Mittagspause?
Spindelegger: Hmm … I bin zugegebenermaßen bei der Gschicht a irgendwie so prokrastinatorisch.

Faymann: Wie lang kennst du mi jetzt?
Spindelegger: Na ja, i bin jetzt in der Regierung seit …

Faymann: Oiso lang genug! Du bist pro- was?
Spindelegger: Ah so! Prokrastinatorisch bin i. I will gar net erst damit anfangen.

Faymann: Und warum sagst des net glei und verwendest stattdessen a Wort, des länger dauert wie a Bundesratssitzung?
Spindelegger: Guter Hinweis, eigentlich. Wenn ma uns den Bundesrat sparen täten. Wem würd er fehlen?

Faymann: Blöde Frag. Uns natürlich. Was machert ma dann mit den ganzen politischen Naturtalenten da drin? Zu den Landeshauptmännern zruckschicken?
Spindelegger: Okay. Is gstrichen.

Faymann: Bringert außerdem eh nix.
Spindelegger: Eh. Wär ja eigentlich nur a Symbol. Wenn wir richtig in den ganzen Föderalismus reinschneiden, da rennt dann der Rubel!

Faymann: Genau! Niederösterreich, Oberösterreich, Tirol – her mit dem Zaster, her mit der Marie!
Spindelegger: I möcht jetzt aber schon anmerken, dass das Thema viel zu ernst is, um irgendwie ins Lächerliche gezogen zu werden, gell?

Faymann: Des is mei voller Ernst! Vor allem in den Ländern, de i gsagt hab.
Spindelegger: Und was is mit Burgenland? Salzburg? Und erst Wien?

Faymann: Uh! So schnell kann aus Ernst Dramatik werden …
Spindelegger: Der Erwin tranchiert mi.

Faymann: Und der Michl setzt si auf mi drauf.
Spindelegger: Okay. Nächster Punkt: die ÖBB. Ha! Aber jetzt! Milliarden und Abermilliarden liegen da praktisch auf der Schiene, und wir müssen sie nur …

Faymann: Äh, hallo? 40.000 Aktive und 70.000 Pensionisten plus Familien – des san scho allein zehn Mandate. Wenn i da hingreif, krieg i am nächsten 1. Mai am Rathausplatz … Wie heißt des griechische Dings schnell?
Spindelegger: Öh … Staatsbankrott?

Faymann: Geh, bitte! Des krieg i ohne Vermögensteuer. Na, i hab des gmeint, wenn ma Angst vor einer großen, leeren Fläche hat.
Spindelegger: Agrarsubvention?

Faymann: I hab’s! Angoraphobie!
Spindelegger: Du kriegst am Rathausplatz a Katzenallergie?

Faymann: Wurscht jetzt! Zurück zur Arbeit! Bei der Bahn geht jedenfalls nix. Auf gar kan Fall. Also spar ma bei de Bauern.
Spindelegger: Ja. Eh. Nächster Punkt!

Faymann: Wie viel hamma denn bis jetzt beinand?
Spindelegger: Na ja … Mit de 50 Cent, die du vorher beim Kaffeeautomaten gfunden hast?

Faymann: Okay. A bissl was fehlt also no.
Spindelegger: Schuld san diese völlig verantwortungslosen Oppositionsparteien, jawoll. Wenn die net mitstimmen, kömma die Schuldenbremse net in die Verfassung schreiben und dann gnade uns Gott.

Faymann: Genau! Des kann ma den Leuten net oft genug sagen! Die Oppositionsparteien richten das Land z’grund!
Spindelegger: Wobei … Sparen müsst ma ja dann auch noch. Nach dem Reinschreiben.

Faymann: Das wiederum sollt ma den Leuten eher net so oft sagen.
Spindelegger: Vor allem net deinen Gewerkschaftern.

Faymann: Und deinen Beamten.
Spindelegger: Denen hamma jetzt eh nur 2,5 Prozent angeboten.

Faymann: Hu! Wenn des nur net in an Generalstreik endet!
Spindelegger: Na ja … Wenn ma mutig san, mach ma’s so wie in der Steiermark. Nulllohnrunde. Überall sparen, wurscht, ob Rot oder Schwarz.

Faymann: Des will i net hören. Und scho gar net den Namen von dem …
Spindelegger: Voves? Wieso net?

Faymann: De machen uns des z’ Fleiß, verstehst du des net? De wollen uns zeigen, wie ma des macht.
Spindelegger: Na ja. Gelingt eana ja ganz guat, oder?

Faymann: Der Voves will mein Job, siehst du des net? Schmutzkonkurrenz is des! Wie steh i denn da – wenn si neben mir einer bewegt?
Spindelegger: No jo. Schlecht? I hab ja nix gegen Steirer – solang’s kane Schwarzen san.

Faymann: Des mit dem Sparen is hint und vorn a ganz blede Gschicht. Also: Plan B! Wir brauchen einnahmenseitige Maßnahmen. Vermögensteuer, Erbschaftssteuer, Schenkungssteuer, Feinstaubsteuer …
Spindelegger: Für Verursacher?

Faymann: Na. Einatmer! Dann a Hundelosensteuer für alle, de kan Hund ham …
Spindelegger: Mit welchem Argument?

Faymann: Dass die Verursacher der Krise auch zahlen sollen. Und da waren ­sicher viele Hundelose dabei!
Spindelegger: Hundebesitzer aber a.

Faymann: De zahlen ja eh scho.
Spindelegger: Also eigentlich ein Akt der Steuergerechtigkeit!
Faymann: Langsam versteh ma uns!

[email protected]

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.