© Walter Wobrazek

Rainer Nikowitz: Lagerarbeiter
01/16/2016

Rainer Nikowitz: Lagerarbeiter

Rainer Nikowitz: Lagerarbeiter

von Rainer Nikowitz

Khol: I mog des Laund, i mog … i mog … Hahaha! Oje. Tschuldigung! Kömma’s bitte noch amol machen? Mitterlehner: Okay. Gaaanz cool. Des wird scho. Wir kriegen des hin. Wir ham des glei im Kasten. Bitte Ruhe im Saal! Also: „Land und Leute“ die siebzehnte – uuuund Action! Khol: I mog des Laund, i mog … Pfffrrrt! I mog nimmer!! Kurz: Geh bitte, da wird ma ja narrisch! Des Gstanzl sag i dir im Kopfstand auf, und es fallen immer no acht von zehn Schwiegermüttern in Ohnmacht! Khol: Burli, i hab scho druckreife One-Liner aus der Hüften gschossen, da hast du no Leserbriefe an Dr. Sommer gschrieben. Pass auf, wie gfallt dir mein neuester: „Nächstenliebe statt Fernstenliebe!“ No?

Kurz: Wow. Aber hab i den net scho irgendwo … Khol: Aber das da: „I mog des Laund, i mog de Leit!“ – und das aus meinem Mund!? Und da soll ma nit lachen müssen? Mitterlehner: Ha! Er hat’s gsagt, er hat’s gsagt! Hamma des eh im Kasten? Hanni bitte sag mir, dass wir des im Kasten ham! Mikl-Leitner: Äh… Du hast net „Uuund Action!“ gsagt. Mitterlehner: Weißt, manchmal beim Einschlafen denk i mir: „Wieso wollt i no amoi den Job ham, den i hab?“ Lopatka: Aber Andi, i versteh dein Problem net. Du hast doch immer scho glogen. Kurz: Genau. Sieh es als Zeichen der Kontinuität. So was schätzen die Leut an einem Bundespräsidenten.

Mikl-Leitner: I hab den Erwin am Handy, und der sagt, er hätt den Spruch unter Wasser gsagt und damit in ersten Wahlgang die Absolute ghabt. Mitterlehner: Des interessiert mi einen feuchten Weinkellerkehricht, was der Herr sagt. Leg! Sofort! Auf! Mikl-Leitner: Er sagt, du sollst net so angrührt sein. Mitterlehner: Angrührt? Sag eam, er is ein unfassbares … Mikl-Leitner: Es gibt für alles eine Obergrenze! Khol: Stimmt. Und mit einer davon gwinn ma sogar de Wahl.

Lopatka: Ein Lagerwahlkampf! Hach! I könnt net glücklicher sein. Khol: Mir geht’s so ähnlich. Dass i des no ein zweites Mal erleben darf! Mitterlehner: Gesunder Hausverstand gegen rot-grüne Träumereien! Mikl-Leitner: Recht und Ordnung gegen linkes Chaos! Lopatka: Simmering gegen Kapfenberg! Kurz: Mir tut der Hundstorfer ein bissl leid. Is ein netter Mensch. Khol: Der Van der Bellen ja a. Mikl-Leitner: Der Erwin sagt, auf Mensch kommt’s net an.

Mitterlehner: Außerdem is der Hundstorfer a Roter und der Van der Bellen tät den Strache net angeloben. Lopatka: Und dann tät er scho gar net dich angeloben, wenn si zufällig do irgendwie ein fliegender Koalitionswechsel ausgehen tät. Mitterlehner: Genau. Wie schaut’s denn da aus? Irgendwelche Neuzugänge im Klub? Lopatka: I arbeit dran. Aber im Moment müsst ma zur FPÖ immer no des Team Stronach dazunehmen. Könnt ma dem Lugar net was anbieten, womit er zfrieden wär? Kurz: An Wunderbaum fürs Auto? Lopatka: I hätt eher an Staatssekretär im Frauenministerium gedacht. Khol: Der Schüssel Wolfi wär stolz auf di!

Mitterlehner: Na, und auf di muss er erst stolz sein! Was hat er denn gsagt? Khol: Er hat gsagt: Was tust du alter Trottel dir des no an? Mikl-Leitner: Der Erwin sagt, er wär halt im idealen Alter gwesen. Mitterlehner: So. Her mit dem Handy. Des wird jetzt abgschoben. Mikl-Leitner: Wohin? Mitterlehner: Nach Niederösterreich. Kurz: Is des a sicherer Drittstaat? Khol: Also gut, Kinder. Genug geflachst. Wir haben eine Wahl zum Gwinnen!

Kurz: Hast recht. Also: Sind die Plakatfotos für die erste Serie scho gmacht? Wo du in Tiroler Schützenmontur in Spielfeld stehst und schiach schaust? Khol: Erledigt. Kurz: Die Andreas-Khol-Buttons, wo draufsteht: „Bis hierher und nicht weiter ist schon viel zu weit!“ Khol: Auch. Mitterlehner: Das Andreas-Khol-Pfefferspray, auf dem du dem Tony Soprano ähnlich schauen wirst? Khol: In Produktion. Mitterlehner: Dann fehlt nur mehr eins. „Land und Leute“ die achtzehnte. Khol: Hamma dafür keine Profis an der Hand? Warum müss ma des eigentlich selber drehen?

Mitterlehner: Weil’s jetzt halt schnell gehen muss, nachdem mir der Erwin so kurzfristig am … am 17. Dezember gsagt hat, dass er net will. Mikl-Leitner: Und außerdem: Des wird niemandem auffallen, believe me honey. Net mit mir an der Kamera! I hab in der Domrep amoi a Urlaubsvideo draht, da hätt der Tarantino gschaut. Ha? Was sagst Erwin? Der Erwin sagt, stimmt, er träumt no manchmal davon. Also! Mitterlehner: Uuuund Action! Khol: I mog des Laund, i mog… i mog … Pfft! Meiner Seel! Mikl-Leitner: Der Erwin sagt, auf Seele kommt’s net an.