Rainer Nikowitz: Lagerarbeiter

Rainer Nikowitz: Lagerarbeiter

Zwei Regierungsparteien, die ab nun also auch noch einen Flüchtlingswahlkampf gegeneinander führen. Das wird sicher lang gutgehen.

Khol: I mog des Laund, i mog … i mog … Hahaha! Oje. Tschuldigung! Kömma’s bitte noch amol machen?
Mitterlehner: Okay. Gaaanz cool. Des wird scho. Wir kriegen des hin. Wir ham des glei im Kasten. Bitte Ruhe im Saal! Also: „Land und Leute“ die siebzehnte – uuuund Action!
Khol: I mog des Laund, i mog … Pfffrrrt! I mog nimmer!!
Kurz: Geh bitte, da wird ma ja narrisch! Des Gstanzl sag i dir im Kopfstand auf, und es fallen immer no acht von zehn Schwiegermüttern in Ohnmacht!
Khol: Burli, i hab scho druckreife One-Liner aus der Hüften gschossen, da hast du no Leserbriefe an Dr. Sommer gschrieben. Pass auf, wie gfallt dir mein neuester: „Nächstenliebe statt Fernstenliebe!“ No?

Kurz: Wow. Aber hab i den net scho irgendwo …
Khol: Aber das da: „I mog des Laund, i mog de Leit!“ – und das aus meinem Mund!? Und da soll ma nit lachen müssen?
Mitterlehner: Ha! Er hat’s gsagt, er hat’s gsagt! Hamma des eh im Kasten? Hanni bitte sag mir, dass wir des im Kasten ham!
Mikl-Leitner: Äh… Du hast net „Uuund Action!“ gsagt.
Mitterlehner: Weißt, manchmal beim Einschlafen denk i mir: „Wieso wollt i no amoi den Job ham, den i hab?“
Lopatka: Aber Andi, i versteh dein Problem net. Du hast doch immer scho glogen.
Kurz: Genau. Sieh es als Zeichen der Kontinuität. So was schätzen die Leut an einem Bundespräsidenten.

Mikl-Leitner: I hab den Erwin am Handy, und der sagt, er hätt den Spruch unter Wasser gsagt und damit in ersten Wahlgang die Absolute ghabt.
Mitterlehner: Des interessiert mi einen feuchten Weinkellerkehricht, was der Herr sagt. Leg! Sofort! Auf!
Mikl-Leitner: Er sagt, du sollst net so angrührt sein.
Mitterlehner: Angrührt? Sag eam, er is ein unfassbares …
Mikl-Leitner: Es gibt für alles eine Obergrenze!
Khol: Stimmt. Und mit einer davon gwinn ma sogar de Wahl.

Lopatka: Ein Lagerwahlkampf! Hach! I könnt net glücklicher sein.
Khol: Mir geht’s so ähnlich. Dass i des no ein zweites Mal erleben darf!
Mitterlehner: Gesunder Hausverstand gegen rot-grüne Träumereien!
Mikl-Leitner: Recht und Ordnung gegen linkes Chaos!
Lopatka: Simmering gegen Kapfenberg!
Kurz: Mir tut der Hundstorfer ein bissl leid. Is ein netter Mensch.
Khol: Der Van der Bellen ja a.
Mikl-Leitner: Der Erwin sagt, auf Mensch kommt’s net an.

Mitterlehner: Außerdem is der Hundstorfer a Roter und der Van der Bellen tät den Strache net angeloben.
Lopatka: Und dann tät er scho gar net dich angeloben, wenn si zufällig do irgendwie ein fliegender Koalitionswechsel ausgehen tät.
Mitterlehner: Genau. Wie schaut’s denn da aus? Irgendwelche Neuzugänge im Klub?
Lopatka: I arbeit dran. Aber im Moment müsst ma zur FPÖ immer no des Team Stronach dazunehmen. Könnt ma dem Lugar net was anbieten, womit er zfrieden wär?
Kurz: An Wunderbaum fürs Auto?
Lopatka: I hätt eher an Staatssekretär im Frauenministerium gedacht.
Khol: Der Schüssel Wolfi wär stolz auf di!

Mitterlehner: Na, und auf di muss er erst stolz sein! Was hat er denn gsagt?
Khol: Er hat gsagt: Was tust du alter Trottel dir des no an?
Mikl-Leitner: Der Erwin sagt, er wär halt im idealen Alter gwesen.
Mitterlehner: So. Her mit dem Handy. Des wird jetzt abgschoben.
Mikl-Leitner: Wohin?
Mitterlehner: Nach Niederösterreich.
Kurz: Is des a sicherer Drittstaat?
Khol: Also gut, Kinder. Genug geflachst. Wir haben eine Wahl zum Gwinnen!

Kurz: Hast recht. Also: Sind die Plakatfotos für die erste Serie scho gmacht? Wo du in Tiroler Schützenmontur in Spielfeld stehst und schiach schaust?
Khol: Erledigt.
Kurz: Die Andreas-Khol-Buttons, wo draufsteht: „Bis hierher und nicht weiter ist schon viel zu weit!“
Khol: Auch.
Mitterlehner: Das Andreas-Khol-Pfefferspray, auf dem du dem Tony Soprano ähnlich schauen wirst?
Khol: In Produktion.
Mitterlehner: Dann fehlt nur mehr eins. „Land und Leute“ die achtzehnte.
Khol: Hamma dafür keine Profis an der Hand? Warum müss ma des eigentlich selber drehen?

Mitterlehner: Weil’s jetzt halt schnell gehen muss, nachdem mir der Erwin so kurzfristig am … am 17. Dezember gsagt hat, dass er net will.
Mikl-Leitner: Und außerdem: Des wird niemandem auffallen, believe me honey. Net mit mir an der Kamera! I hab in der Domrep amoi a Urlaubsvideo draht, da hätt der Tarantino gschaut. Ha? Was sagst Erwin? Der Erwin sagt, stimmt, er träumt no manchmal davon. Also!
Mitterlehner: Uuuund Action!
Khol: I mog des Laund, i mog… i mog … Pfft! Meiner Seel!
Mikl-Leitner: Der Erwin sagt, auf Seele kommt’s net an.

rainer.nikowitz@profil.at