© Walter Wobrazek

Meinungen
08/22/2015

Rainer Nikowitz: Partylöwen

Früher feierte die SPÖ bei ihrem alljährlichen Fest den Kanzler, nunmehr den Sommer. Dennoch stand Österreichs Steuermann im Fokus.

von Rainer Nikowitz

Faymann: Grüsssie! Gast: Tag. An weißen Spritzer bitte. Faymann: Ha! Der war guat! Gast: Ob er Ihna gschmeckt hat, interessiert mi net. I waaß es erst, wenn i mein kriagt hab. Oiso, hopphopp, Schweinsgalopp! Faymann: Guter Mann, des is ein Irrtum. I bin do da Kanzler, net da Kellner. Gast: Des kann a jeder sagen. Faymann: Ehrlich! Lesen Sie ka Zeitung? Gast: De net. Faymann: Aha. Trotzdem, Sie kennan ma ruhig glauben: I bin der echte Kanzler. Gast: Und Sie kennan mir glauben: Der letzte echte Kanzler, den mir ghabt ham, war der Kreisky. Faymann: War nett, mit Ihnen zu plaudern. Oba i muass jetzt, gell? Wiedaschaun! Gast: He! Was is jetzt mit mein Spritzer?

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Häupl: Anazwanzg, anazwanzg, anazwanzg … Faymann: San des deine Prozente bei der letzten Umfrage? Häupl: I zähl de Sekunden, bis i wieder hamgehen kann. Faymann: Schee, dass du di so guat unterhaltst. Häupl: Guat unterhalten? Mir geht des scho so auf die Eier! Der Nächste, der ma sagt, dass i in Wien Rot-Blau machen soll, kriagt a Watschn. Faymann: Ka Angst. I sag des sicher net. Häupl: Schad eigentlich. Faymann: Aber vielleicht hast a Glück und der Niessl sagt’s. Durt kummt er nämlich grad daher. Häupl: Geh bitte! Was hast denn den überhaupt eingladen? Faymann: I kann do net a Drittel unserer Landeshauptmänner net einladen! Wie tät denn des ausschauen? Häupl: Aber i will net reden mit dem! Faymann: I glaub, des beruht auf Gegenseitigkeit. Wenn ma Glück ham, biagt er vurher zum Buffet ab. Häupl: Schlechtes Jahr derwischt. Der kummt genau auf uns zua. Und wen hat er denn da im Schlepptau? Faymann: Oida Schwede. Der Typ is ja länger wia de Wochen! Häupl: Deine oder meine? Niessl: Freundschaft! Häupl: Sicher net. Faymann: Wen hast denn da mitbracht, Hans? Niessl: Des is der Benkö Wotan. Der burgenländische Meister im Asylanten-Weitwurf. 2,18 Meter und 146 Kilo pure pannonische Kraft! Häupl: Bist du deppat. Benkö: Was i Sie fragen wollt, Herr Bürgermeister: Warum machen Sie eigentlich in Wien net a Rot-Blau?

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Faymann: Erich, oide Haubitzen! Wie geht’s dir? Foglar: Schlecht. I bin so was von überarbeitet, i kann dir’s gar net sagen. Faymann: No geh! Wieso denn des? Foglar: Der Feiertag letzte Wochen – der is auf an Samstag gfallen! Faymann: Ah ja. Des is natürlich unerfreulich. Foglar: Bei mir stapeln se de Beschwerden vo de Menschen draußen in den Betrieben. Da miass ma dringend was machen! Wenn a Feiertag am Wochenend is, muaß er am Montag nachgholt werden! Des samma den ausgebeuteten Massen schuldig. Faymann: Ja, des siech i a so. Oba waaßt eh, in der Koalition werma da ka Leiberl ham. Foglar: So schnell kömma aber den Kampf gegen die unmenschliche Fratze des Neoliberalismus net aufgeben! Wenn ma da net Flagge zeigen, dann rennan uns no mehr Kollegen zu de Blauen! Faymann: Was war des eigentlich schnell für a Feiertag? Foglar: Wart amoi … War des net … Christi Irgendwas? Faymann: I glaub eher, es war Maria Empfängnis oder so. Foglar: Glaubst? Und warum hat de dann bitte net an an Montag schuastern kennan? Faymann: Wart amoi, i schau gschwind in Kalender … Uije! Foglar: Was is? Faymann: I siech da grad, der 1. November … Foglar: Sag’s net! Faymann: A Sonntag. Foglar: Des wird a heißer Herbst.

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Faymann: Rudl? Hundstorfer: Hmm? Faymann: Weil ma da grad so gemütlich beinander sitzen … Des stimmt eh net, was de Leit sagen, oder? Hundstorfer: Erstens: Auf gar kan Fall! Zweitens: Was denn? Faymann: Dass du mi ablösen tätst, wenn’s mi nach der Wiener Wahl absageln wollen. Hundstorfer: Aber geh! Faymann: Gott sei Dank! Wenigstens ana, der loyal zu mir steht. Außerdem is der Bundespräsident eh a super Hackn. Frag den Heinzi! Hundstorfer: Ja, eh. Faymann: I hab gwusst, mir zwa verstehen uns. Hundstorfer: Es könnt aber natürlich sein, dass manche in der Partei finden, dass der Bundespräsident do net des Richtige für mi is. Faymann: Wiener Buagamasta is aber auch a super Hackn. Frag den Michl! Hundstorfer: Ja, eh. Faymann: Na also. Hundstorfer: Es könnt aber natürlich sein, dass manche in der Partei finden, dass der Buagamasta do net des Richtige für mi is. Faymann: Na ja … Aber Sozialminister, ha? Des is do überhaupt des beste! Frag den …, äh … Verdammt! Hundstorfer: Duhu? Faymann: Ja? Hundstorfer: Was is Bundeskanzler ­eigentlich für a Hacken? Faymann: Woher soll i des wissen?

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