© Walter Wobrazek

Rainer Nikowitz: Team Pilzach
06/02/2018

Rainer Nikowitz: Team Pilzach

Die Liste Pilz erinnert mit ihrer kraftvollen Oppositionspolitik gegen sich selbst stark an ein großes Vorbild aus der vergangenen Parlamentsperiode.

von Rainer Nikowitz

Pilz: Freunde, i hab diese neuerliche Krisensitzung einberufen, weil es so net weitergehen kann. Kolba: Freunde? Was für Freunde? Pilz: Geh! Kömma jetzt endlich wieder konstruktiv werden? Rossmann: Sagt der Typ, ohne den sei Konstruktivität ma gar net erst in de Scheißgassen kommen wären. Pilz: Aber a der Typ, ohne den ihr alle miteinander net im Parlament sitzen würdet’s, sondern beim AMS. Bißmann: Also i hab bitteschön für mein Mandat einen wunderbaren Job aufgegeben. Und gut bezahlt war er auch. Pilz: Eh. Und drum woll ma jetzt a schauen, wie wir di für deinen Mandatsverzicht schadlos halten, wenn die gottgewollte Ordnung wiederhergestellt wird und i ins Parlament zruckkumm.

Zinggl: Hamma jetzt Gott a scho in unsere Statuten? Wenn i des gwusst hätt, wär i gar net erst beitreten. Bißmann: Es is no net zu spät, diesen für alle evidenten Fehler wieder zu korrigieren. Zinggl: Des brauch i mir net sagen zu lassen. I bin scho im Parlament gsessen, da hast du Blunzen no in deine ökologisch korrekten Stoffwindeln … Pilz: Bitte! Contenance! Rossmann: Sagt der, der die Contenance praktisch erfunden hat. Zinggl: Martha, du verlangst, dass i aus der Parteiakademie gschmissen werd? Des is a Sauerei. Du solltest di was schämen. Bißmann: Wieso? Weil es an sich dei Kernkompetenz is, Leut aus ihrem Job rauszuintrigieren? Wie den Matt damals aus der Kunsthalle? Rossmann: Und i soll überhaupt die Partei verlassen, verlangst du? Auf was hinauf? Bißmann: Na ja … weil du a Ungustl bist?

Rossmann: Und des von der Frau, die mit Zähnen und Klauen an einem Mandat hängt, des sie nie errungen hat. A sehr sympathisch. Kolba: Ihr geht’s mir alle so am Zeiger, i kann’s gar net sagen. Pilz: Martha, deine Forderungen für den Mandatsverzicht: Is da des letzte Wort schon gesprochen? Bißmann: Na ja … I wär scho no verhandlungsbereit. Pilz: Na dann sag. Was willst? Aber eins muss dir klar sein: Der Bruno und der Wolfi wollen genauso wenig zrucktreten wie du. Bißmann: Okay. Dann will i nur Parteichefin werden und Spitzenkandidatin bei der EU-Wahl … Pilz: Super! Wenn’s weiter nix is, dann werd ma uns … Bißmann: … außerdem heißen wir ab jetzt „Liste Bißmann“. Kolba: A Name, der die Massen begeistern wird. Bißmann: Na gut, dann net. Kolba: Ein Anflug von Vernunft? I glaub’s net. Bißmann: Nehma „Liste Martha“. Oder no besser: „Matriarchat Martha“! Rossmann: Oida!

Bißmann: Klar. Oida weißer Mann, der du bist, kannst du mit so was Innovativem nix anfangen. Aber i garantier dir … Zinggl: … dass jetzt scho feststeht, dass wir nie wieder bei irgendeiner Wahl was reißen werden. Pilz: Jetzt seid’s net so streng. Die Hauptsach is doch wohl, dass i endlich wieder im Parlament sitz. Und immerhin verlangt sie ka Penthouse am Ring. Bißmann: Eh net. Dort fahren mir zu viele Autos. Also hätt i’s lieber am Graben. Pilz: Oida!! Bißmann: Und so an Tesla möcht i. Aber keinen faden. Diesen schnittigen Sportwagen. Rasante Eleganz mit gutem Gewissen. Pilz: Sonst no was?

Bißmann: Gut, dass du fragst: Vanilleeis auf Lebenszeit – aber des vom Schwedenplatz, net irgendso a grausliches – dann a Gassen in Wien, die nach mir benannt wird – aber net irgendwo in Simmering oder wo, scho a zentral gelegene – a Abendessen mit dem Brad Pitt – des natürlich er zahlt – und so a private Karibikinsel wär a net ganz verkehrt. Muss net groß sein, zehn Quadratkilometer reichen. Kolba: So. I pfeif jetzt drauf. Ka Sekunden länger halt i’s in dem Haufen da aus. Da habt’s mei Mandat, macht’s damit, was wollt’s. Bißmann: Hey! Des is Schmutzkonkurrenz! Du haust mir ja mei ganze Verhandlungsbasis zsamm!

Pilz: I versuch mir grad vorzustellen, welches Bild wir für die Leut abgeben, die mi gwählt ham. Bißmann: Also, dei gesundes Selbstbewusstsein in allen Ehren – aber die ham uns ja wohl alle eher wegen mir gwählt, gell? Zinggl: Aber, wenn der Kolba zrucktritt – könnt dann net wirklich einfach der Peter nachrücken und alles is paletti? Wer wär denn der Nächste auf der Liste? Pilz: Die Stern Maria. Rossmann: Oje. A Frau. Bißmann: Was soll des wieder heißen? Rossmann: Nach den unangenehmen Erfahrungen mit dir fürcht i, dass die a net so einfach verzichten wird. Bißmann: Unangenehm? Warum verzichtest eigentlich du net? Rossmann: De Frag stellt si net. Bißmann: Mir scho. Wer braucht di? Kolba: Und übrigens: I wähl euch Bagasch a nimmer. Pilz: Also, i mi scho no. Bißmann: Du meinst: mi.

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