© Udo Titz

Meinung
05/17/2018

Rainer Nikwowitz: Opasition

Spätestens seit der Rücktrittsankündigung von Matthias Strolz könnte man den Eindruck bekommen, dass die Opposition ein bisschen alt aussieht. Zeit zum Gegensteuern.

von Rainer Nikowitz

Kern: Danke, dass ihr alle zu diesem Treffen gekommen seid! Wenn ich als Oppositionschef gleich einmal das Wort ergreifen dürfte … Pilz: Oppositionschef? Du? Ich mach des seit mehr als 30 Jahr – und du seit an halben. Also wer is da der Chef? Kern: Moooment! Außerparlamentarische Opposition zählt net! Kogler: Na super. Soll i glei wieder gehen? Pilz: Mei Sabbatical is praktisch um. Bald is die gottgewollte Ordnung wiederhergstellt – und i wieder dort, wo i hinghör! Meinl-Reisinger: In so an Sabbatical sollt ma si ja an sich weiterbilden, oder? Also was hast du in die letzten paar Monat glernt? A paar neue Griffe und Kniffe vielleicht? Pilz: Mein generell uferloser Respekt vor Frauen verbietet mir, darauf die einzig passende Antwort zu geben – du Funsen! Kern: Wir sind die größte Oppositionsfraktion im Parlament – also isses do nur logisch, dass i mi als Chef seh, oder? Meinl-Reisinger: Und wohin des führt, hat ja die SPÖ bei ihrem ersten, total unpeinlichen Versuch, einen U-Ausschuss zum BVT zu installieren, eindrucksvoll bewiesen, net wahr? Kern: Findst des net a bissl kleinlich, immer no auf so an winzigen Lapsus herumzureiten? Meinl-Reisinger: Wart, lass mi nachdenken … Nein! Kern: Und was no für mi spricht: I mach mei relativ kurze Zeit als Oppositioneller dadurch wett, dass i ja sogar einen Zwei-Fronten-Kampf führ. Kogler: Gegen wen bitte? Kern: Gegen Kurz und Strache einerseits – und gegen Ludwig und Niessl auf der andern. Pilz: Innerparteiliche Opposition zählt aber a net! Kogler: Peter, aus deinem Mund hat dieser Satz irgendwie mehr Nachgschmack wie a Grapefruit. Kern: Könnt ma diese fruchtlosen Debatten jetzt vielleicht beenden? Pilz: Du hast angfangt. Kern: Eigentlich hamma uns ja getroffen, um a gemeinsame Strategie gegen die Regierung auszuarbeiten. Nur so hamma a Chance. Pilz: Stimmt. Also guat, dann mach i an Plan. I schick ihn euch dann zur Kenntnisnahme. Kogler: Wieso jetzt du? Pilz: Weil’s wer machen sollt, der’s kann. Meinl-Reisinger: Und du findst net, dass ma da wenigstens vorher drüber diskutieren sollten? Pilz: I bin do net von die Grünen weg, damit i ma jetzt erst recht wieder so an Bledsinn anfang. Kern: I denk, es wird net so schwierig sein, si zumindest auf a paar Eckpunkte zu einigen. Die meisten liegen ja eh auf der Hand. Kogler: Wie zum Beispiel? Kern: Dass der Chef der größten Oppositionspartei selbstverständlich als Chef der gesamten Opposition anerkannt werden sollt. Meinl-Reisinger: I fürcht, da hat ana des Entkanzlerungstrauma no immer net verarbeitet. Kogler: Kömma uns bitte auf die Typen auf der Regierungsbank konzentrieren? Und net immer nur auf unsere eigenen Näbel? Meinl-Reisinger: Dabei ham doch grad die Grünen auf diesem Gebiet a Expertise entwickelt, die niemand ernsthaft bestreiten wird. Kern: I möcht da jetzt noch einen anderen Aspekt einbringen. Kogler: Der wär im Moment ausgesprochen willkommen! Kern: Is die Mehrzahl von Nabel net Nabeln? Meinl-Reisinger: Nie im Leben. Der Nabel – die Nabel. Kern: Glaub i net. I ruf den Cap an. Meinl-Reisinger: Wieso den Cap? Kern: Der kann gut Deutsch – und hat viel Tagesfreizeit. Pilz: I hab übrigens einen sehr schönen Nabel. Des sollt net unerwähnt bleiben, find i. Kogler: I glaub, i bin im falschen Film. Pilz: Wie lang bist du bei de Grünen? Kogler: Des weißt du do eh. Ewig. Pilz: Und warum beschleicht di dann dieses Gefühl erst jetzt? Kern: Kinder! So kann des do nix werden! Wenn uns der Kurz jetzt hören könnt – no, der würd si vielleicht die Händ reiben! Meinl-Reisinger: Der hat do davon sowieso scho mehr Schwielen als jeder Holzknecht. Pilz: Drum isses ja auch höchste Zeit, dass ich endlich wieder triumphal auf die große Bühne zurückkehre! Kern: Das Gebot der Stunde wär eher, persönliche Eitelkeiten hintanzustellen. Pilz: Nach Ihnen, Prinzessin. Kogler: Nur weiter so. Bei uns da auf der außerparlamentarischen Oppositionsspielwiese hamma no jede Menge Platz für neue Mitglieder. Meinl-Reisinger: NEOS hat sicher net vor, si dort einzufinden. Drum glaub i a, wir san besser dran, wenn ma net mit euch Losern gemeinsame Sache machen. Kern: Wer is da a Loser? Pilz: I wissert an oder zwa. Meinl-Reisinger: Und mit dir san’s sogar scho drei. Pilz: Euch Pinksliberale schnupf i a no. Und dann kann si der Kurz warm anziehen, aber hallo! Kogler: I fürcht ja eher: A Stringtanga wird reichen.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.