Fragen Sie Frau Erna!
My dearest Erna,
ich schreibe Ihnen, weil Sie erstens die einzige Journalistin sind, die keine Fake News verbreitet, und zweitens, weil Sie einfach eine voll geile Alte sind, der ich gern einmal auf die Pu… äh, ja. Jedenfalls: Vielleicht können Sie mir ja auch dabei helfen, dass die Europäer ihre unfassbare Frechheit noch einmal überdenken, nicht sofort zu hüpfen, wenn ich verlange, dass sie die Straße von Humus oder wie die heißt beschützen. Ich meine, nicht, dass ich Hilfe nötig hätte, schließlich bin ich ja, wie jeder weiß, der Schönste, Größte und Stärkste. Aber wenn ich Hilfe verlange, habe ich sie trotzdem sofort zu kriegen, weil … so halt. Und wenn nicht, dann werden ab jetzt andere Saiten aufgezogen. Dann erlasse ich demnächst Strafzölle von einer Trillion Prozent. Oder ich halte so lange die Luft an, bis Merz und Macron um Gnade winseln. Aber es muss nicht zum Äußersten kommen, wenn ihr freiwillig kooperiert!
Donald Trump, Chef der Welt
Sehr geehrter Herr Trump,
ich muss mich in Ihrem komplexen Fall leider für ressortmäßig unzuständig erklären. Ich verstehe zwar Ihr Problem – Sie dachten, mit dem US-Militär über die längste Penisprothese der Welt zu verfügen, kommen aber jetzt drauf, dass er leider immer noch beschämend kurz ist. Das ist fraglos ein Skandal, aber wohl doch eher ein Fall für unser Gesundheitsressort. Wie genau genommen eh alles, was mit Ihnen zu tun hat. Ich darf Sie also ersuchen, sich vertrauensvoll dorthin zu wenden. Und richten Sie bitte Herbert Kickl meine besten Grüße aus, falls Sie ihn dort treffen sollten.
Hochachtungsvoll, Frau Erna
Geschätzte Frau Erna,
ich verfolge nun schon seit Tagen die Berichterstattung rund um den Rücktritt von ORF-General Roland Weißmann. Und nun habe ich ja persönlich mit diesem Rücktritt selbstverständlich rein gar nichts zu tun – jeder, der mich kennt, wird Ihnen gerne bestätigen, dass mir Intrigen oder Ränkespiele ähnlich fremd sind wie meinem lieben alten Freund Alex Wrabetz der Fußballsport als solcher. Dennoch muss ich sagen: Ich bin sehr enttäuscht darüber, dass meine Rolle als ärmstes Opfer in dieser ganzen Geschichte nicht deutlicher herausgearbeitet wurde. Denn Weißmann ist ja schuld daran, dass man mir sogar meine sauer verdiente Mindestpension neidig ist! Also die Mindestpension für wirklich voll wichtige Menschen meine ich, nicht die staatliche, die ist ja für Nudeldrucker. Jedenfalls sieht es leider so aus, als müsste ich mich schlussendlich an den Menschenrechtsgerichtshof wenden, um zu meinen mickrigen Millionen zu kommen! Weit haben wir es gebracht!
(Frustriert), Pius Strobl, Grüne ORF-Eminenz
Sehr geehrter Herr Strobl,
lassen Sie mich mit einem bekannten Zitat beginnen: „Undank ist der Welten Lohn!“ (Sebastian Kurz). Jeder weiß, was Sie für den ORF alles geleistet haben – und was nicht. Dass jetzt in dieser ungustiösen Angelegenheit auf einmal so getan wird, als seien da ein paar Milliönchen zusätzlich nach der aktiven Fronkarriere ein Problem, wird wirklich keiner verstehen, der … sich mit dem ORF und den dortigen Gehaltsstrukturen schon einmal etwas näher befasst hat. Dabei sind es gerade Fälle wie Ihrer, die dem gemeinen Volk eigentlich vor Augen führen sollten, wofür genau es da seine freundliche monatliche Unterstützung springen lässt. Wie ja überhaupt der gesamtgesellschaftliche Mehrwert von öffentlich-rechtlichem Rundfunk kaum eindrucksvoller herausgearbeitet werden kann, als dies in den letzten Tagen passiert ist.
Beste Grüße auch an Ihre werte Partnerin, Frau Erna
Liebe Frau Erna,
gestern Nacht woa a schware Partie für mi. Und jetzt finde ich irgendwie meine Straße nicht mehr. Können Sie helfen?
(Verwirrt), Christopher Seiler, Musiker (angeblich)
Lieber Herr Seiler,
lustig, Sie sind heute schon der zweite mit einem Straßenproblem. Wobei die von dem anderen wenigstens nicht verschwunden ist … Und deshalb stoße ich in Ihrem Fall auch an meine Grenzen. Denn wenn sich Ihre Straße nicht wie sonst auf den Lippen einer zufällig in Ihrer Nähe befindlichen Frau aufhält – und zwar, weil Sie sie eigenhändig dorthin verlegt haben –, dann habe ich leider auch keine Idee, wo sie sein könnte. Wobei … Na, egal. Aber ich hoffe jedenfalls, dass du trotzdem einigermaßen gut hamkummst!
Mit freundlichen Grüßen, Frau Erna