Sven Gächter: Mediamarkt

Sven Gächter: Mediamarkt

Endlich, denkt das krawallgeneigte Gemüt, endlich fliegen wieder die Fetzen!

Wenn der großkoalitionäre Konsens- und Kuschelkurs schon keine messbaren Ergebnisse zeitigt, soll der Umgangston wenigstens markiger werden. Nichts verdrießt das auf Unterhaltung konditionierte Publikum bekanntlich mehr als Langeweile. Deshalb setzte Bundeskanzler Werner Faymann in der „Krone“ zu einer für seine Verhältnisse geradezu stürmischen Offensive an. Dem neuen steirischen ÖVP- Landeshauptmann Hermann ­Schützenhöfer „würde ich nicht ­einmal einen Gebrauchtwagen ­abkaufen“, ätzte er.

Vielleicht wechselt auch Schützenhöfer bis dahin das Gewerbe

Nun hat die Vorstellung, dass ein amtierender österreichischer Bundeskanzler – zumal Werner Faymann – sich den Kopf darüber zerbricht, wem er gegebenenfalls einen Gebrauchtwagen abkaufen würde (beziehungsweise eben nicht), etwas durchaus Verstörendes. Was ist mit seinem Dienstwagen? Und käme für einen Mann seines politischen und sozialen Zuschnitts, wenn schon, nicht eher eine Neuanschaffung ­infrage? Und wenn ja: Käme dafür wiederum Hermann Schützenhöfer unter Umständen als potenzieller Verkäufer sehr wohl infrage?

Diese Überlegungen sind allerdings rein hypothetisch, vorerst ­zumindest, denn Faymann enthüllte in der „Krone“ auch exklusiv seine mittelfristige Lebensplanung: „Man wird weitere sieben Jahre über meine Kanzlerschaft reden.“ Das ist doch eine gute Nachricht, jedenfalls für strategisch planende Gebrauchtwagenhändler: Ab 2022 können sie mit einem neuen illustren Kunden rechnen. Vielleicht wechselt auch Schützenhöfer bis dahin das Gewerbe.