10 Jahre "Heute": Faymann und Dichand feiern

10 Jahre "Heute": Faymann und Dichand feiern

In der Verlegerfamilie Dichand gab es vergangene Woche Grund zum Feiern: Die von Eva Dichand, Schwiegertochter des 2010 verstorbenen Patriarchen Hans Dichand, herausgegebene Gratis-Zeitung "Heute“ feierte ihr zehnjähriges Jubiläum.

Das Projekt ist eine Erfolgsgeschichte. Mit 582.000 Lesern pro Tag hat "Heute“ die "Kronen Zeitung“ in Wien längst auf Platz zwei verwiesen. Laut Geschäftsberichten machte das Unternehmen bisher 38 Millionen Euro Gewinn.

Errechnet hat das die rührige Recherchegruppe "dossier“ ( www.dossier.at ), die "Heute“ ein ganz besonderes "Geburtstagsgeschenk“ machte: Seit 5. September veröffentlichte die Gruppe auf ihrer Website täglich ein Kapitel der "Heute“-Story. Darin geht es auch um die Mithilfe des damaligen Wohnbaustadtrats Werner Faymann und seiner Vertrauten bei der Gründung von "Heute“. Faymanns einstiger Pressesprecher Wolfgang Jansky ist heute Eva Dichands Geschäftsführer. Lange wurden die wahren Eigentumsverhältnisse verschleiert, indem der Steuerberater Günther Havranek, ebenfalls ein Vertrauter Faymanns, mittels einer Stiftung als Eigentümer von "Heute“ auftrat. Erst 2012 wurde offiziell zugegeben, dass Havranek nur als Treuhänder für Eva Dichand und ihren Bruder fungierte, denen drei Viertel des Unternehmens zuzurechnen sind. Ein weiteres Viertel ist im Besitz einer "Periodika Privatstiftung“, in deren Stiftungsrat durchwegs SPÖ-nahe Vertreter sitzen.

In den zehn Jahren seines Bestehens streifte "Heute“ laut "dossier“-Berechnungen Inserate von öffentlichen Stellen beziehungsweise Unternehmen im Wert von 84 Millionen Euro ein. Die Hälfte davon, rund 41 Millionen, kam von der Stadt Wien und ihren Betrieben. Ohne diese beträchtliche Starthilfe wäre das Blatt kaum vom Fleck gekommen, meinen Experten.

(Red.)