11 WM-Fakten, mit denen Sie am Finaltag punkten können
Am Sonntag bestreiten Spanien und Argentinien das Finale der Fußball-WM. Es ist das erste Mal seit der ersten WM 1930, dass die beiden Finalisten dieselbe Sprache sprechen. Aber nicht nur das ist an dieser WM erwähnenswert.
1. Hunderte Babys tragen jetzt den Namen Erling Haaland
Der Norweger Erling Haaland ist einer der Stars der WM. Der 25-jährige Stürmer beeindruckt aber nicht nur die Fans in Skandinavien: Selbst in Peru wurden 468 Kinder auf den Namen „Haaland“ getauft.
Vier Kinder bekamen gleich alle drei Namen von Erling Braut Haaland, 91 „nur“ Vor- und Nachnamen. Das gab die dafür zuständige peruanische Behörde bekannt.
2. Wer von VAR-Entscheidungen profitierte
Video-Assistent-Entscheidungen (VAR) erfreuen sich bei der diesjährigen WM keiner großen Beliebtheit. Im Video-Assist-Center überprüft der Videoschiedsrichter strittige Szenen und weist den Schiedsrichter am Platz auf mögliche Fehlentscheidungen hin. Für so manchen Fan ist nicht immer nachvollziehbar, welche Entscheidungen gefällt werden und wann der VAR nicht einschreitet.
Mexiko und Argentinien konnten während der WM die meisten VAR-Interventionen zu ihren Gunsten verbuchen, so eine statistische Auswertung des Network Science Institute an der US-amerikanischen Northeastern University. Am wenigsten profitierte Kroatien von den VAR-Entscheidungen.
Aus den Daten allein lassen sich freilich keine Schlüsse auf etwaige Befangenheit ziehen. Argentinien und Mexiko führen die Liste schlicht an, weil die Schiedsrichter Fouls übersehen hätten, die der VAR dann als Foul bewertete, so die Autoren und Autorinnen.
3. Diese Fans verloren am meisten Schlaf in der Gruppenphase
Insgesamt gab es bei der WM 104 Spiele – zeitlich war das nicht für alle Fans auf der ganzen Welt gleich günstig. Die britische „Sleep Charity“ hat sich die Anstoßzeiten der Gruppenphase angesehen und analysiert, welche Fans in der Gruppenphase wegen der Zeitverschiebung am meisten Schlaf „bezahlten“.
Österreich schnitt dabei nicht gut ab: Im Ranking belegte man Platz 13 von 48. Angeführt wurde die Liste allerdings von Gruppengegner Algerien. Für die Nordafrikaner fanden alle drei Spiele der Gruppenphase mitten in der Nacht statt.
4. Dieses Team musste die größte Distanz zurücklegen
Der japanische Fußballfan und Programmierer Mikami3345 drückte es so aus: Die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko kombiniert die weiten Distanzen der WM in Russland 2018 mit den Umweltextremen der WM in Brasilien 2014: massive Distanzen, Klima- und Höhenunterschiede, Zeitverschiebung und Grenzkontrollen.
Der Japaner analysierte die Startvoraussetzungen für jedes Team, basierend auf ihrer Unterkunft und den Spielstätten ihrer Matches in der Gruppenphase. So war die Gruppe I mit Frankreich, Irak, Senegal und Norwegen der „logistische Jackpot“ – zumindest reisetechnisch. Es war die einzige Gruppe mit Reisedistanzen unter 1000 Kilometern.
In der Gruppe J hatte Argentinien die kürzeste Distanz mit 731 Kilometern, für Österreich waren es 3114 Kilometer. Algerien verlor nicht nur beim Schlafpensum der Fans: In der Gruppenphase musste das Team auch 4840 Kilometer zurücklegen.
Hätte es Österreich ins Finale geschafft, dann hätte das Nationalteam insgesamt 9466 Kilometer bis ins MetLife Stadium in New Jersey zurücklegen müssen. Am besten hätte es Mexiko getroffen, insgesamt hätte das Team nur 5163 Kilometer bis zum Finalspiel zurücklegen müssen.
Inklusive dem Weg zum Finalspiel legte Argentinien am Ende 6780 Kilometer zurück und Spanien rund doppelt so viel: 12637 – die drittschlechteste Ausgangssituation in puncto Reisedistanzen.
5. In nur acht von 48 Teams spielen keine Migranten
Ein Viertel der Spieler wurde nicht in dem Land geboren, das sie vertreten. Insgesamt spielen 1.248 Fußballer. Nur die Nationalteams Österreichs, Saudi-Arabiens, Brasiliens, Kolumbiens, Tschechiens, Panamas, Südafrikas und Schwedens bestehen ausschließlich aus Spielern, die alle auch in dem Land, das sie vertreten, geboren wurden. Freilich können ihre Vorfahren eingewandert sein, wie das etwa bei zahlreichen österreichischen Spielern der Fall ist.
Am anderen Ende des Spektrums findet sich Katar: Die 26 Spieler stammen aus zehn verschiedenen Geburtsländern. Curaçao ist seit 2010 keine Kolonie mehr, gehört aber nach wie vor zum Königreich Niederlande. Alle Teammitglieder außer Tahith Chong wurden in den Niederlanden geboren.
Gleich 99 der insgesamt 1248 WM-Fußballer wurden in Frankreich geboren. Besonders kurios aber: Bei der WM sind ebenso viele Spieler vertreten, die in Argentinien geboren wurden, wie Spieler, die in Österreich, Brasilien oder der Schweiz geboren wurden – nämlich 30. In der Geburtsland-Statistik von der britischen BBC und dem Datenunternehmen Opta teilt sich Österreich somit den sechsten Platz.
6. Liberale sind für Messi, Konservative für Cristiano Ronaldo
Fußball und Politik konnten noch nie wirklich getrennt werden. Selbst ob man eher den argentinischen Rekord-Stürmer Lionel Messi oder den Portugiesen Cristiano Ronaldo unterstützt, kann mit der politischen Einstellung zusammenhängen. Eine Befragung der Nanyang Technological University in Singapur analysierte dafür Antworten von 10000 Befragten aus 26 Ländern.
Dabei gehe es aber nicht darum, was die zwei Star-Fußballer wirklich politisch sagen oder machen, sondern womit sie assoziiert werden. Messi stehe für ein ruhigeres, teamorientierteres Image und Ronaldo für individuelle Erfolge, so der Studienleiter Ahmed Saifuddin zu den Ergebnissen in einer Aussendung. Der Zusammenhang zwischen politischer Identität und Popkultur würde sich in derartigen Entscheidungen weltweit immer stärker abzeichnen.
7. Drei Spieler mit Vergewaltigungsvorwürfen
Eine von drei Frauen wird laut World Health Organization (WHO) in ihrem Leben ab dem 15. Lebensjahr Opfer von sexueller Gewalt. Auch gegen drei aktuelle WM-Spieler gibt es strafrechtliche Ermittlungen nach sexuellen Gewaltvorwürfen. Die strafrechtlichen Vorwürfe zeichnen sich teils auch in den Matches ab: So verweigerte der englische Spieler Djed Spence als einziger Spieler Thomas Partey (Ghana) den Handschlag.
Partey durfte wegen der Vorwürfe für das erste WM-Spiel Ghanas nicht nach Kanada einreisen. Ihm werden von der britischen Staatsanwaltschaft fünf Fälle von Vergewaltigung vorgeworfen, ab dem 5. August wird er in England vor Gericht stehen. Erst bei den Spielen Ghanas in den USA durfte er auftreten.
Der marokkanische Spieler Achraf Hakimi wiederum muss sich seit Februar 2026 in seiner Wahlheimat Frankreich wegen Vergewaltigungsvorwürfen vor Gericht verantworten. Er bestreitet die Vorwürfe. Für den Prozess ist noch kein Datum angesetzt.
Gegen den Kapitän von Kap Verde, Ryan Mendes, wird wiederum in Neuseeland ermittelt, weil er im Rahmen eines FIFA-Turniers im März eine brasilianische Übersetzerin attackiert haben soll. Laut dem US-Medium „The Athletic“ laufen die Ermittlungen in Neuseeland aktuell. Der Fußballverband von Kap Verde hat sich zu den Vorwürfen nicht geäußert.
8. Kicken Katholiken besser?
22 Weltmeisterschaften gab es zwischen 1920 bis 2026. Insgesamt gab es acht Gewinner-Nationen, wenn man Westdeutschland zum heutigen Deutschland zählt: Argentinien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Brasilien, Uruguay und England.
Ein lustiger Fakt: England ist die einzige nicht-römisch-katholische Nation, die je die WM gewonnen hat. England ist mehrheitlich protestantisch. Einen Zusammenhang zwischen Glauben und Fußballkünsten beweist das aber freilich nicht. Uruguay ist heute beispielsweise mehrheitlich agnostisch und heuer rettete der Gebetskreis von Felix Nmecha die Deutschen nicht vorm frühen Ausscheiden.
9. Fremde Trainer reißen wenig
Auch bei diesem Fakt darf man Kausalität und Korrelation nicht verwechseln: Bis heute wurde jedes einzelne WM-Turnier von einem Trainer gewonnen, der dieselbe Staatsangehörigkeit wie sein Team hatte.
Diese Serie wird sich auch heuer fortsetzen. Sowohl Argentinien als auch Spanien werden von heimischen Trainern gecoacht. Von den Semifinalisten hatte nur England einen ausländischen Trainer, den Deutschen Thomas Tuchel, und ist – Zufall oder nicht – ausgeschieden.
10. Florian Wiegele ist der größte
Der österreichische Ersatztormann Florian Wiegele ist der größte Spieler, der je von einem Nationalteam für eine Weltmeisterschaft nominiert wurde. Er ist 2,05 Meter groß.
11. Wer auf Social Media gewann
Kap Verdes Tormann Vozinha ist wiederum der Social-Media-Gewinner des Turniers. Nach einer Analyse des Kanals marketingmind.in ist er der Fußballspieler mit dem größten Wachstum auf seinen Social-Media-Kanälen während der WM. Ihm folgen die bereits genannten Stars Erling Braut Haaland, Cristiano Ronaldo, Neymar Jr. und Lionel Messi.
Zum Schluss ein Bonus-Fakt zum Finalisten Spanien: Heimlicher Star der WM ist Laura Abla, die Freundin des spanischen Mittelfeldspielers Dani Olmo. Die deutsche Version des Modemagazins Cosmopolitan kürte die Influencerin zur Style-Ikone der WM. Die Deutsche wurde vorab stark kritisiert, weil sie eben Spanien die Daumen drückt. Aber dafür tut sie das mit einem besonderen Glücksbringer: einer Chanel-Fußballkette aus dem Jahr 1998, designt von dem deutschen Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Jetzt sind Sie gerüstet mit Fakten für jedes Publikum.