profil vor 25 Jahren: Peter Pilz, der Star des Lucona-Ausschusses

Lucona-Untersuchungsausschuss war, und alle gingen hin. profil natürlich auch. Das Blatt hob "Das Tribunal“ und dessen jungen Helden ("Peter Pilz, der Star des Lucona-Ausschusses“) gleich aufs Titelblatt der Ausgabe vom 16. Jänner 1989. Im Blattinneren firmierte Pilz, der den SP-Granden Gratz und Blecha im Ausschuss schwer zusetzte, als "Inquisitor aus Kaisermühlen“ und wurde von profil in erster Linie für sein Insiderwissen bewundert ("Kein noch so intimes Zusammentreffen hinter den dicken Mauern des Innenministeriums, das sich nicht sofort bis in den grünen Parlamentsklub durchspricht“), aber auch für seine Performance-Qualitäten ("Die Fragen - es sind eher Feststellungen - trägt Pilz in einer Art weinerlichem Singsang vor, als gelte es, alles Elend dieser Welt zu beklagen.“)

DOWNLOAD: "Der Inquisitor aus Kaisermühlen" in profil 3/1989 (pdf)

Auch Autor Josef Haslinger begab sich für profil ins Parlament - und erlebte, dank Pilz und seiner talentierten Nebendarsteller, eine Realfassung von "Die liebe Familie“: "Das Stück wird von mehreren Regisseuren und einer Regisseurin inszeniert … Die einen würden gern ein wenig improvisieren, die anderen wollen Stegreifspiel um alles in der Welt vermeiden … Zwischen diesen beiden Regiekonzepten werden die Darsteller hin und her gerissen.“

DOWNLOAD: "Ein verdichteter Verdacht" in profil 3/1989 (pdf)

Franz Vranitzky verstand seine Rolle eher als die eines stillen Beobachters und verfolgte die Demontage seiner Parteifreunde mit Sicherheitsabstand aus Kairo. Des Kanzlers Fazit: "Ich bin vor allem ein Schadensbegrenzer.“

DOWNLOAD: "Franz Vranitzky: Ich bin vor allem ein Schadensbegrenzer" in profil 3/1989 (pdf)

Sebastian Hofer