profil vor 25 Jahren: „Staatspolizei: So werden wir bespitzelt”

profil vor 25 Jahren: „Staatspolizei: So werden wir bespitzelt”

"Staatspolizei: So werden wir bespitzelt“, titelte profil in der Ausgabe vom 23. Jänner 1989 anlässlich an die Öffentlichkeit gelangter ungesetzlicher Überwachungen unbescholtener Staatsbürger. Theoretisch konnten Betroffene zwar Akteneinsicht verlangen, praktisch gab es aber auch noch die "Informationskartei“ - in die man keine Einsicht bekam, weil es sie ja offiziell nicht gab … Viele wussten auch gar nicht, dass sie einschlägig aktenkundig waren. Das Parlament plante, der Staatspolizei "künftig genau auf die Finger schauen“. Keine schlechte Idee angesichts der Ausführungen eines ehemaligen Stapo-Beamten, der im profil-Interview Schnurren aus seinem Berufsleben erzählte: vom Stapo-Kollegen, der den Namen der von ihm überwachten linken Theatergruppe "Terra mundi“ falsch notierte: als "Terror mundi“; dass es "in den obersten Dienststellen der Wiener Stapo“ Alkoholfreunde gebe, die "bei jedem Staatsbesuch voll sind bis zur Halskrause“. Und dass der Grüne Peter Pilz die Stapo einst in "tiefe Ratlosigkeit“ gestürzt habe, weil er sein Buch "Die Panzermacher“ dem US-Starkomiker John Belushi ("Blues Brothers“) gewidmet hatte - und die Stapo trotz "hektischer Aktivitäten im Freundeskreis des Autors den hochverdächtigen Herrn Belushi“ nicht finden konnte.

DOWNLOAD: "Staatspolizei: 'Wer ist Herr Belushi?'" in profil 4/1989 (pdf)

Nicole Schmidt