Fall Aliyev: Anwälte klagen BKA-Beamte wegen Mail-Wechsel mit Lansky

Rakhat Aliyev im Jahr 2008 in Wien

Rakhat Aliyev im Jahr 2008 in Wien

Die Anwälte des verstorbenen kasachischen Ex-Botschafter Rakhat Aliyev haben gegen zwei Beamte des Bundeskriminalamtes Strafanzeige erhoben.

Es geht dabei um Berichte an den Opferverein Tagdyr, der von der Anwaltskanzlei Lansky, Ganzger und Partner (LGP) vertreten wird, wie Aliyev-Verteidiger Klaus Ainedter in Wien erklärte.

Dabei sollen Informationen weitergegeben worden sein, die "bei einer normalen Akteneinsicht nicht zugestanden" würden. Die Berichte sollen alle im "Gerichtsakt Aliyev" enthalten seien. Wie sie dorthin gelangten, wollten die langjährigen Rechtsanwälte Aliyevs nicht sagen. Gegen die beiden Beamten reichten sie nun eine Strafanzeige bei der Wiener Korruptionsstaatsanwaltschaft wegen "Verletzung des Amtsgeheimnisses und Amtsmissbrauch" ein, bestätigte Klaus Ainedter am Montag bei einem Pressegespräch.

Brisante Korrespondenz

"Wir arbeiten daran, dass es einen Geschworenenprozess geben wird, wir haben auch schon mit der Staatsanwältin darüber gesprochen", zitierte Klaus Ainedter aus einem angeblichen Aktenvermerk eine Korrespondenz zwischen den Beamten und der Anwaltskanzlei Lansky, Ganzger und Partner (LGP) im Jahr 2011.

"Tagdyr" ist ein kasachischer Opferverein, der unter anderem die Witwen der beiden Banker vertritt, deren Ermordung Aliyev vorgeworfen wurde. Hinter "Tagdyr" vermutet die Justiz den kasachischen Geheimdienst.