Eine Kollage zeigt eine Kreditkarte mit Liegestühlen und einer Palme sowie einen Haken
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Arbeiterkammer warnt: Urlaubs-Scams auch schon über Booking

Fake-Hotels, Phishing-Versuche und Visa-Abzocke: Betrüger nutzen die Sehnsucht nach Urlaub und den Wunsch nach dem billigsten Angebot aus. Die Arbeiterkammer nimmt die Plattformen in die Pflicht: Denn Google und Co tun nichts dagegen, dass Betrüger Anzeigen schalten.

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Nur 65 Euro für ein schnelles, unkompliziertes E-Visa für Thailand. Geld-Zurück-Garantie und 24/7 Kundensupport. Hört sich gut an, schnell draufgeklickt, schnell Geld verloren. Denn für normale Touristinnen und Touristen aus Österreich reicht eine kostenlose Registrierung für Thailand. Das Problem: Die offizielle Website dafür versteckt sich weit unten auf Google, verborgen unter gekauften Anzeigen, die eine bezahlte Abwicklung für die Einreise anbieten. 

Vor allem seit sich digitale Visa und Online-Registrierungen durchsetzen, fallen der Arbeiterkammer Wien hier immer mehr Betrugsmaschen auf. Im besten Fall zahlt man nur für einen Service, der eigentlich gratis oder günstiger wäre. Im schlimmsten Fall greifen Kriminelle so Daten ab und räumen vielleicht sogar das Konto leer. 

Deswegen warnt die Arbeiterkammer zu Beginn der Urlaubssaison vor den vielen Betrugsmaschen, denen man im Internet gerne einmal aufsitzt. Datenklau und Phishing ist nicht nur bei Einreise-Registrierungen eine Gefahr, auch bei Tickets und Hotels. Selbst bei eigentlich seriösen Anbietern wie Booking sind schon Scammer unterwegs, erzählt Jakob Kalina von der Arbeiterkammer. Die Sicherheitsvorkehrungen auf der Buchungsplattform seien eigentlich gut, aber Betrüger sind einfach immer einen Schritt voraus.

Er berichtet, wie das abläuft: Quartier oder Flug werden über die Plattform Booking gebucht. Danach erhält der Urlauber eine Nachrichtbekommt man aber die Nachricht, noch Daten über einen externen Link nachzureichen und vielleicht sogar Kontoinformationen dort zu hinterlegen. Wer das tut, gibt Betrügern aber seine Daten und sein Geld frei.

Kalina erzählt von einem Österreicher, der so eine Nachricht von seinem Hotel auf dem Weg nach Südafrika bekommen hat. In der Panik, vor Ort ohne Unterkunft dazustehen, füllte er alle Daten über den dubiosen Link aus und gab seine Kreditkarteninfos preis. Er wurde prompt von den Scammern ausgeraubt. 

 „Die Plattformen haben eine bedeutende Marktmacht, sie sollten auch ihre Vertragspartner besser kontrollieren“

Jakob Kalina, Konsumentenschützer bei der Arbeiterkammer

Bei der Arbeiterkammer haben sich auch schon Urlauber gemeldet, die in Spanien oder Kroatien vor der Adresse ihres eigentlich gebuchten Quartiers stehen, nur um zu merken, ihre Buchung oder das Hotel gibt es gar nicht. Watchlist Internet bietet eine Liste an betrügerischen Urlaubsplattformen, in die auch neue Fälle eingemeldet werden können. Dort stehen auch auf den ersten Blick legitim anmutende Links wie bookinginfo.at, hotelsintyrol oder airbnb-zuerich.

Scammer als Werbeprofis

Ältere Ehepaare, Familien Mitte 30, Studierende. Anfällig für solche Scams sind alle, berichtet der Konsumentenschützer aus der Praxis. Denn die Betrüger bewerben ihre Services ziemlich gut. Sie sind oft top gereiht bei einer Google-Suche oder auf einer Buchungsplattform. Und hier liegt das eigentliche Problem. Es ist erschreckend einfach, eine Anzeige oder ein gutes Ranking über digitale Plattformen zu buchen. 

Deswegen fordert Kalina: „Die Plattformen haben eine bedeutende Marktmacht, sie sollten auch ihre Vertragspartner besser kontrollieren.“ Erst vor Kurzem brachte die Arbeiterkammer eine Beschwerde gegen Meta, Tiktok und Google ein, weil diese zu wenig gegen Finanzscams auf ihren Kanälen unternehmen würden. 

Auch den großen Trend, den Urlaub mit KI-Chatbots zu planen, sieht Kalina skeptisch. Denn auch hier werden die gekauften Top-Rankings und suchmaschinen-optimierten Inhalte von Scammern schlagend. Denn die KI greift auf diese zu, ohne zu erkennen, dass es sich hier um einen Scam handelt. Und empfiehlt sie als legitime Buchungslinks weiter.

Um diesen Betrugsmaschen nicht aufzulegen, empfehlen die Konsumentenschützer: 

  • Gibt es meine Unterkunft überhaupt? Hört sich banal an, aber Unterkunft googeln, Bewertungen lesen und ins Impressum schauen. Ein Angebot ist auch unseriös, wenn nach dem ersten Kontakt über die Buchungsplattform alles weitere per Whatsapp abgewickelt wird.
  • Auch wenn ein Angebot zu gut um wahr zu sein wirkt, könnte es leider ein Scam sein.
  • Außenministerium statt dubiose Drittanbieter: Wenn Sie für die Einreise ein E-Visum brauchen, rufen Sie nur über das Außenministerium offizielle Registrierungsseiten der Länder auf.
  • Direkt buchen: Informieren Sie sich für Öffi- oder Ausflugs-Tickets bei offiziellen Gesellschaften und buchen Sie direkt dort. Das erspart hohe Vermittlungskosten.
  • Daten schützen: Verlassen Sie bei Zahlungsaufforderungen nie offizielle Websites. Bei der Freigabe über die Bank-App die Summe kontrollieren.
  • Hilfe holen: Bank, Kreditkartenfirma oder Zahlungsdienstanbieter können eventuell Rückbuchungen einleiten, wenn man doch einem Scam aufgesessen ist. 

Einen Ratgeber der Arbeiterkammer gibt es hier zum Download.

Maria Prchal

Maria Prchal

ist seit 2025 Redakteurin im Digitalteam. Ihre Schwerpunkte sind unter anderem Sozialpolitik, Klima und technische Themen.