© APA/HERBERT PFARRHOFER

Österreich
02/01/2020

Brandanschlag mit Identitären-Verbindung: Anklage steht

Im März kommt es zum Prozess wegen eines Brandanschlages auf ein Asylheim im Jahr 2016. Laut Staatsanwaltschaft steht einer der Angeklagten auf einer Mitgliederliste der Identitären.

Am 13. März müssen sich drei Männer am Landesgericht Korneuburg wegen eines Brandanschlages auf ein Asylheim in Himberg (NÖ) im Jahr 2016 verantworten. Laut Staatsanwaltschaft handelten die drei Angeklagten, zwischen 28 und 32 Jahre alt, mit „hoher Wahrscheinlichkeit aus fremdenfeindlichen Motiven“ und weisen Verbindungen zur rechtsextremen „Identitären Bewegung Österreichs“ auf. „Einer der Männer gesteht ein, in den Jahren 2017 und 2018 starker Sympathisant der Identitären gewesen zu sein“, sagt Wolfgang Schuster-Kramer, Vizepräsident am Landesgericht Korneuburg, gegenüber profil. „Ein weiterer Angeklagter soll laut Anklage auf einer Mitgliederliste der Identitären stehen, auch wenn er das selbst bestreitet.“ Diesem Angeklagten wird außerdem in einem eigenen Verfahren nationalsozialistische Wiederbetätigung vorgeworfen. Auf Datenträgern wurden Bilder mit antisemitischen Inhalten gefunden, die er zum Teil über Chats verbreitet haben soll. Zudem habe der Mann NS-Motive, etwa ein Hakenkreuz, auf seinem Körper tätowiert.

Fassade des Asylheims in Himberg beworfen

Die Ermittler des Landesamtes für Verfassungsschutzes (LVT) stellten bei Hausdurchsuchungen weitere Gegenstände sicher, die eine Nähe zu den Identitären belegen sollen.

Der Brandanschlag selbst fand in der Nacht zum 27. November 2016 statt. Die Täter entzündeten laut Anklage zwei mit Diesel befüllte Bierflaschen und bewarfen damit die Fassade des Asylheims in Himberg. Im Quartier befanden sich 106 Personen, das Feuer erlosch schließlich von selbst. In der Nacht davor war außerdem ein nahegelegener LKW mit dem Wort „Phalanx“ besprüht worden, was die Ermittler ebenfalls den nun Angeklagten anlasten.

DNA-Abgleiche brachten Übereinstimmungen

Aufgeklärt wurde der Fall erst im vergangenen Frühjahr durch einen Hinweis aus der Bevölkerung: Einer der Männer soll im Bekanntenkreis mit der Tat geprahlt haben, DNA-Abgleiche der Polizei brachten schließlich Übereinstimmungen. Die Beschuldigten weisen die Vorwürfe seither von sich.

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