Check-in: Afshin aus dem Irak

Check-in: Afshin aus dem Irak

Flüchtlinge erzählen ihre Geschichte. Diese Woche: Afshin, 28, aus dem Irak.

Deutschland oder Österreich? Wohin soll ich gehen, um meiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen? Ich weiß es einfach nicht. In Mossul im Irak hatten wir ein gutes Leben, aber jetzt mussten wir fliehen. Der IS tötet alle Menschen. Als Kurden hätten wir uns den Peshmerga, den Streitkräften der Autonomen Region Kurdistan, anschließen und kämpfen müssen. Aber das hätte unseren sicheren Tod bedeutet. Wir sind in einer zehnköpfigen Gruppe geflohen, darunter mein Bruder Rebin mit seiner Frau und ihrer gemeinsamen Tochter Aya. Sie ist jetzt drei Jahre alt.

Die irakischen Flüchtlinge Afshin und Soran erzählen ihre Geschichte.

Soran ist mein Onkel, er hat erst vor einem Monat geheiratet. Wir haben all unsere Besitztümer zurückgelassen. Für die Reise mussten wir 8000 Euro pro Person an die Mafia zahlen. 40 Tage sind wir jetzt schon unterwegs: zuerst mit dem Boot, dann gingen wir 30 Kilometer zu Fuß. Ständig hat es geregnet. In Serbien waren wir in einem Camp untergebracht, dort war es sehr schlecht, schmutzig und kalt. Wir mussten draußen auf dem Boden schlafen, auch Aya.


Sie müssen kommen. Es kann nur eine Frage der Zeit sein.

Hier an der Grenze Heiligenkreuz warten wir auf meine Mutter Monera und meine Schwester Tara. Sie sind krank und wurden vor drei Tagen in ein ungarisches Krankenhaus gebracht. Wohin genau, hat uns die Polizei nicht gesagt. Wir erreichen sie manchmal telefonisch, aber der Kontakt reißt immer wieder ab. Andere Flüchtlinge haben uns vorhin erzählt, sie hätten sie gesehen. Sie seien im Bus und kämen bald. Sie müssen kommen. Es kann nur eine Frage der Zeit sein.