Check-in: Rabeeh aus Syrien

Rabeeh vor dem Essl-Museum in Klosterneuburg

Rabeeh vor dem Essl-Museum in Klosterneuburg

Flüchtlinge erzählen ihre Geschichte. Diese Woche: Rabeeh, 31, aus Syrien.

Super. Ich mag dieses Wort, weil es fast immer passt. Gemeinsam mit meinen Klosterneuburger Freunden will ich möglichst schnell Deutsch lernen. Drei Mal in der Woche kommen Freiwillige in unser Lager bei der Magdeburgkaserne und üben mit uns. Mit ihnen gehe ich auch essen, ins Museum oder fahre nach Wien. Einmal sind wir gemeinsam nach Nickelsdorf an die Grenze gefahren. Ich bin Arzt und konnte dem Roten Kreuz helfen. Ich habe dort auf meine Schwester gewartet, die gerade auf dem Weg nach Österreich war. Sie saß den ganzen Tag in Ungarn fest. Doch schon am nächsten Morgen hat sie mich angerufen und erzählt, dass sie am Hauptbahnhof angekommen ist. Ich bin sofort hingefahren und habe sie umarmt. Das war ein wundervoller Tag.

Rabeeh: Der 31-jährige Arzt aus Syrien ist in Klosterneuburg angekommen.

Als ich Syrien verlassen habe, habe ich nicht gedacht, dass ich sie wiedersehen würde. Das Leben dort und die Reise hierher sind gefährlich. Wenn es in Syrien je wieder Frieden geben sollte, will ich mit meiner Frau und unseren beiden Kindern zurück. Das ist schließlich unsere Heimat. Vor dem Krieg hatten wir ein gutes Leben. Ich habe in einem Spital gearbeitet. In Syrien hat meine vierjährige Tochter Selina viel Zeit mit meiner Schwester und ihren vier Kindern verbracht. Nun leben wir alle in Klosterneuburg zusammen. Selina ist sehr glücklich, das sie ihre Cousinen und Cousins wieder hat. Ich will wieder als Chirurg arbeiten. Bald will ich das medizinische Examen machen. Mein Deutsch dafür wird jeden Tag besser. Super, oder?