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Österreich
01/28/2022

Das denkt die profil-Community über die Impfpflicht

Wir haben unsere Leser:innen gefragt, was sie von der Impfpflicht halten. Ein Auszug aus den Anworten der profil-Community.

Diese Beiträge wurden gekürzt und auf ihre Rechtschreibung korrigiert.

„Impfpflicht auch am Arbeitsplatz“

Klaus Rührlinger, 62, in Korridorpension, aus Buchkirchen

Natürlich muss die Impfpflicht kommen. Besser wäre, wenn wir sie schon längst hätten. Und natürlich müsste, damit es überhaupt Sinn macht, auch die Impfpflicht am Arbeitsplatz kommen. Dann könnten wir vermutlich bald darüber nachdenken, ob man die Impfpflicht nicht wieder aufheben könnte.

„Mit 18 oder 80 völlig anderes Risiko“

Johannes Schwarzenberger, 33, IT Consultant aus Linz

Ich bin dreimal geimpft und dennoch streng gegen die Impfpflicht:

  1. Die Impfung schützt vorrangig Geimpfte vor schweren Verläufen, jedoch nicht vor einer Ansteckung, insbesondere nicht bei Omikron.
  2. Es erfolgt keine Unterscheidung in Risikogruppen. Das Risiko eines 18-Jährigen und eines 80-Jährigen ist extrem unterschiedlich.
  3. Für die Omikron-Welle kommt die Impfpflicht viel zu spät, für eine neue Welle im nächsten Winter viel zu früh.

„Absolut dafür, aber …“

Sabine Widi-Tessler, 59, Diplomierte Lebens- & Sozialberaterin aus Wien

Ich bin einerseits absolut für eine Impfpflicht, allerdings nicht in dieser Form, wie sie angekündigt ist. Wenn man die Impfpflicht ab Mitte des Jahres angesetzt hätte, damit sich all jene „freiwillig“ mit dem neuen „Totimpfstoff" (wobei wir wissen, dass alle Impfstoffe sogenannte Totimpfstoffe sind) impfen lassen können. Man hätte sie nicht zwingen müssen. Und man müsste die Impfunwilligen oder Unsicheren nicht wie Kleinkinder bestrafen! Dann sollen halt all jene im 2-Tagesrhythmus testen gehen und ihre Tests selbst bezahlen. Und man hätte mit einer umfangreichen Information für die Bevölkerung eher eine Entkräftung bewirken und womöglich diese hirn- und sinnlosen Demos schwächen können.

„Auch Impfpflicht stimmt Vater nicht um“

Erik Kornelson, 25, Social Media Manager aus Wien Liesing

Mein Vater ist ungeimpft und ich habe ihn gemeinsam mit meiner Schwester vor einigen Wochen besucht. Diskussionen verlaufen meist über das Misstrauen in die Politik und in die Pharmaindustrie. Ob er sich jemals impfen lassen wird, hab‘ ich aber schon lange aufgegeben, auch die Impfpflicht wird nichts daran ändern. Seinen Job hat er bereits wegen Covid gekündigt, er arbeitet jetzt in Liechtenstein.

„Alle paar Monate impfen ist kein normales Leben“

Gerhard Girkinger, 64, Pensionist aus Steyr

Ich bin kein grundsätzlicher Impfgegner. Aber es ist für mich kein normales Leben, wenn ich alle paar Monate zu einer Impfung gehen muss und dazu auch noch gezwungen werde, weil mir sonst eine Strafe droht und mein Impfstatus sowieso verfällt.

„Lotterie ist ein Schwachsinn“

Bernd H. Pierstorff, 80, Hundecoach aus Breitenfurt

Die Impfpflicht kommt aus meiner Sicht viel zu spät und gerade jetzt zur Unzeit. Die Omikron-Variante ist jetzt schon allgegenwärtig und ich fürchte, es wird fast alle erwischen. Die einen mehr, die anderen weniger. Geimpft oder ungeimpft. Wer vier Stunden lang in eisiger Kälte am Ring seine „Freiheit“ gegen die in Österreich angeblich ausgebrochene „Diktatur“ zu verteidigen glaubt, anstatt seine Freiheit in einer milliardenfach erprobten Impfung zu erkennen, ist nicht zu überzeugen – auch nicht mit Strafen oder einer Impflotterie (Schwachsinn). 

„Regierung muss Impfpflicht durchboxen“

Rupert Schiert, 64, Pensionist aus Sandl

Was könnte die Regierung denn anders tun, als die angekündigte und angepeilte Impfpflicht durchzuboxen? Der Imageverlust durch einen Rückzieher wäre für das politische Parkett eine Bankrotterklärung.

„Dann müsste ich auch das Rauchen verbieten“

Alexander Roth, 63, Facharzt für Orthopädie aus Wien

Die Hauptfrage ist: Warum soll man sich impfen lassen?

A) um die Pandemie aufzuhalten - Unser verehrter Bundeskanzler war geimpft und nur von Geimpften umgeben und hat sich angesteckt. Von dieser Kategorie kenne ich noch eine ganze Menge. Also das geht nicht.

B) um die anderen Menschen nicht anzustecken und zu gefährden - siehe Punkt A

C) damit unser Gesundheitssystem nicht kollabiert - Omikron hat per se einen leichten Verlauf und in keinem Staat der Welt wurde dadurch ein Problem des Gesundheitssystems oder ein kritischer Zustand erreicht. Außerdem müsste ich mit dem gleichen Argument das Rauchen und das Essen jenseits eines Body-Maß-Index von 35 verbieten.

„Auf was bitte noch warten?“

Jeanne Szilit, Künstlerin aus Wien

Auf was soll man bitte noch warten? Dass die nächste Virusvariante ausbricht? Dass man auf offener Straße mit einer Maske im Gesicht angegriffen werden kann? Wenn die Impfpflicht nicht endlich jetzt und konsequent kommt, kann man dieses Konzept gleich eingraben.

„Die Impfpflicht wird nicht halten“

Christine Federspiel-Heger, 59, Bibliothekarin aus Zirl

Ich bin gegen eine Impfpflicht und überzeugt davon, dass das gegen größten Widerstand beschlossene Bundesgesetz vor dem Verfassungsgerichtshof nicht halten wird. (...) Diese Impfpflicht werde ich ebenso wenig hinnehmen wie eine „Neue Normalität“.

„Unwürdig für entwickelte Demokratie“

Charly Pieber, 60, Versicherungskaufmann aus Wörterberg

„Ideenreiche Pläne, die Menschen zur Impfung zu bewegen, sind gänzlich ausgeblieben. Die Konsequenz all dieses Scheiterns gipfelt jetzt in der Einführung eines Impfzwangs, der einer entwickelten Demokratie mehr als unwürdig ist.“