Deutscher HNO-Facharzt erhebt schwere Vorwürfe gegen österreichische Kollegen

Symbolbild

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„Verdacht von Falschaussagen und falschen Diagnosen“ – Gerichtssachverständiger fordert strafrechtliche Ermittlungen.

Wie „profil“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, wurde Manfred Müller-Kortkamp, HNO-Facharzt und Spezialist für Gleichgewichtsstörungen sowie Gerichtssachverständiger in Deutschland, von einer Niederösterreicherin konsultiert, die 2009 bei einem Unfall verletzt wurde. Seither leidet die Frau an Schmerzen, epileptischen Anfällen und Schwindel. Alle Gutachter, die sie im Laufe der Verfahren wegen Schmerzensgeld und Versehrtenrente untersuchten, sahen keinen Zusammenhang mit dem Unfall. Müller-Kortkamp erhebt in „profil“ schwere Vorwürfe gegen seine österreichischen Kollegen.

Das HNO-Gutachten im Fall des erwähnten Unfallopfers bezeichnet er wörtlich als „Fehleinschätzung“, die zur Folge habe, dass die Frau als „nicht unfallgeschädigt eingestuft und auch nicht adäquat behandelt wurde, wodurch sich ihr Gesundheitszustand verschlechterte“. Die ärztliche Expertise widerspreche „allen Vorschriften zur Begutachtung im Fachgebiet der HNO-Heilkunde und ist somit strafrechtlich wie ein Kunstfehler einzustufen“. Und weiter: „Zusätzlich wurde sie einem psychischen Terror ausgesetzt, der das Leiden verstärkte.“ Laut Müller-Kortkamp sei die Staatsanwaltschaft Wien gefordert, wegen des Verdachts von Falschaussagen und falschen Diagnosen Ermittlungen aufzunehmen.