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Österreich
01/02/2020

Die Regierungsverhandlungen in Zitaten

"Keep cool down everybody!"

"Heute hat uns die Bevölkerung zurückgewählt." - Die Wahl ist geschlagen, ÖVP-Chef Sebastian Kurz will zurück ins Kanzleramt.

"Wir bereiten uns auf Opposition vor." - FPÖ-Obmann Norbert Hofer ist die Lust aufs Regieren ziemlich vergangen.

"Dann werden wir ja sehen, wie sich die Sektenmitglieder des Kanzler-Darstellers verhalten." - Grünen-Chef Werner Kogler verweigert den türkis-grünen Kuschelkurs ...

"Falls er nicht anruft, nächste Woche, ruf' ich an." - ... ist aber zum Sondieren mit Kurz bereit.

"Er kann ein durchaus recht witziger Typ sein." - Kurz findet Kogler ganz lustig.

"Die Richtung stimmt, wir gehen weiter." - Wohin, weiß nur SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner.

"Mir ist nicht so wichtig, wer mit wem regiert, mir ist wichtig, wer wofür regiert." - Bundespräsident Alexander Van der Bellen erteilt ÖVP-Chef Sebastian Kurz einen Klimaschutz-Regierungsauftrag.

"Die ÖVP ist, was die Farbe angeht, wandlungsfähig. Sie ist von Schwarz zu Türkis gewechselt und kann auch ein bisschen grün werden." - Vorarlbergs Grünen-Chef Johannes Rauch setzt auch auf die Umfärbung.

"Ich glaube, dass das Christkind noch keine neue Regierung bringen wird." - FPÖ-Chef Hofer glaubt an himmlische Geschenke, aber nicht an eine rasche Koalitionseinigung.

"Das ist keine Frage der Lust. Wäre es eine Frage der Lust, würde das Ganze ganz anders ablaufen." - NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger nach ihrem langen Gespräch mit Kurz.

"Ich lasse mich weder rücken noch kippen." - ...sagt der ÖVP-Chef, der sich vor der Wahl eine "ordentliche Mitte-Rechts-Politik in Österreich" gewünscht hat.

"Der Aufruf zur Umkehr bleibt." - Kogler sieht das ein wenig anders ...

"Keep cool down everybody!" - ... und ruft im Geiste von Maria Fekters "Shortly - without von delay" zur Gelassenheit auf.

"Ich bin nämlich eigentlich eine ganz Nette." - Sigrid Maurer, kein Koalitionshindernis.

"Das ist keine Hintertür, das ist ein Tor an der Vorderseite." - Auch die blaue Koalitionsoption lebt, sagt Hofer...

"Ich lass' mir nicht den schwarzen, den türkisen Peter zuschieben, wenn sich die ÖVP entscheidet mit einer Partei wie den Grünen - eine Weltuntergangssekte - in eine Koalition zu gehen." - ...und warnt.

"Auch das ist eine denkunmögliche Vorstellung." - Ein grüner Wirtschaftsminister? Nicht mit WKÖ-Präsident Harald Mahrer.

"Wir haben ein erste, zugegeben sehr gute Runde gedreht. Aber die Betonung liegt auf erste Runde." - Das dauert noch mit der Koalition, sagt Kurz...

"Es gab nicht den Versuch, den jeweils anderen zu bekehren." - ... und lässt Gegensätze zu den Grünen einfach mal stehen.

"Hier sprechen zwei rigorose Wahlsieger, die nicht an jeder Stelle für das Gleiche gewählt wurden." - Kogler übt sich in Selbstbewusstsein...

"Nein, sonst wäre ich durch die Hintertüre rausgegangen." - ... und benutzt bei den Sondierungsgesprächen mit der ÖVP weiter die Vordertür, solange keine unüberwindbaren Hürden auftauchen.

"Ich denke schon, dass man ihm vertrauen kann, aber er ist jemand, bei dem man nicht sofort das Gefühl hat, man kennt sich aus." - Sphinx Sebastian Kurz: Die Grüne Sigrid Maurer nähert sich vorsichtig.

"Da sehe ich keinen grundsätzlichen Dissens. Man wird Möglichkeiten finden müssen." - Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) wird weich.

"Das ist natürlich ein Wagnis, aber wir wollen den Schritt wagen." - Vage bleibt, wie es ausgeht: Grünen-Chef Kogler.

"Wir haben alle gemeinsam eine Entscheidung getroffen, die auch einstimmig gefällt wurde, nämlich dass wir in Verhandlungen mit den Grünen eintreten werden." - Auf geht's, sagt Kurz.

"Wir stehen am Abgrund und blicken in eine grüne Schlucht." - Seilbahn-Lobbyist Franz Hörl (ÖVP) sucht gleich die rettende Gondel.

"Na dann alles Gute! Viel Glück!" - FPÖ-Chef Norbert Hofer zwischen Sarkasmus ...

"Für Österreich bedeutet das nichts Gutes." - ... und Alarmismus.

"Das ist der größte Wählerbetrug der Zweiten Republik." - FPÖ-Klubchef Herbert Kickl (FPÖ) sieht seine zu Kurz übergelaufene Wählerschaft angeschmiert.

"Wir haben nichts davon, wenn wir als ÖVP die Regierungsverhandlungen haushoch gewinnen und uns dann anschließend der Partner um die Ohren fliegt." - Der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer warnt davor, die Grünen zu überfordern.

"Eine zeitliche Schmerzgrenze werde ich nicht ausrufen - ich verhandle eh gern Tag und Nacht." - Kogler plant den Koalitionsfilibuster...

"Mal schauen, wie aus Brocken Brücken werden." - ...und kalauert sich durch die Koalitionsverhandlungen.

"Eventuell ist doch derjenige doof, der sich an die Spielregeln hält ..." - Der grüne Verhandler Johannes Rauch ärgert sich über türkisen "Spin-Drift".

"Wenn sich der Prozess länger hinzieht, würde die Bevölkerung unser Amtsverständnis nicht mehr so erfreut hinnehmen." - Kanzlerin Brigitte Bierlein fürchtet um das Image der Beamtenregierung, wenn die Regierungsverhandlungen noch lange dauern.

"Ich will Anfang Jänner fertig sein." - Kurz macht Druck.

"Sonst sind wir halt nicht dabei." - Kogler hingegen pocht auf grüne Kernpunkte...

"Keep cool. Es kommt früher oder später noch genug Hitze in die Küche." - ...und plädiert einmal mehr für ruhiges Weiterverhandeln.

"Meine Prognose wäre die, dass bis zum 31. Dezember dieses Jahres die Entscheidungen gefallen sind." - Rauch setzt seine Hoffnungen in den Silvestertag.

"Die Ziellinie ist noch nicht überschritten, aber die großen Steine auf dem Weg zu einer gemeinsamen Regierung sind von beiden Seiten aus dem Weg geräumt worden." - Auch Kurz sieht zwei Tage vor dem Jahreswechsel Licht am Ende des Tunnels.

"Ich freue mich, dass wir sie informieren dürfen, dass es uns gelungen ist, ein Ergebnis zu erzielen. Wir haben eine Einigung geschafft, einen inhaltlichen Durchbruch zustande gebracht." - Der ÖVP-Chef freut sich über den Koalitionspakt...

"Es ist möglich, die Steuerlast zu senken und gleichzeitig das Steuersystem zu ökologisieren. Und es ist möglich, das Klima und die Grenzen zu schützen" - ...und sieht darin zwei Handschriften.

"Wir haben es uns nicht leicht gemacht, wir sind aber auch nicht dafür gewählt worden, um es uns leicht zu machen, sondern um Verantwortung zu übernehmen, auch wir Grüne." - Kogler und die Grünen haben es sich nicht leicht gemacht.

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