Ex-ÖVP-Abgeordneter Ferdinand Maier: Khol, Leitl, Pröll gefährden Mitterlehner

Ex-ÖVP-Abgeordneter Ferdinand Maier: Khol, Leitl, Pröll gefährden Mitterlehner

Änderungsbedarf bei Landeshauptleuten – Kompetenzmangel bei Spindelegger.

In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des „profil“ übt Ferdinand Maier, ehemaliger ÖVP-Abgeordneter und im Oktober ausgeschiedener Raiffeisen-Generalsekretär, scharfe Kritik an der Führungsriege der Volkspartei. Nach dem Rücktritt von Michael Spindelegger Ende August hätten Seniorenbund-Obmann Andreas Khol, Wirtschaftsbund-Präsident Christoph Leitl und Landeshauptmann Erwin Pröll versucht, die Nominierung von Reinhold Mitterlehner zum neuen Bundesparteiobmann zu verzögern. Maier: „Nicht rasch zu entscheiden, sondern auf Zeitgewinn zu spielen fand ich skandalös. Wenn diese Parteifreunde weiter so agieren, wird es auch Mitterlehner schwer haben.“

Ex-Bundesparteiobmann Michael Spindelegger, so Maier, habe „an Mangel an Leadership und Kompetenz“ gelitten und sei „für die Funktionen als Parteichef und Finanzminister schlicht nicht geeignet“ gewesen. Es sei „ärgerlich“, dass die ÖVP-Landeshauptleute „dem Treiben so lange zugeschaut“ hätten. Insgesamt seien die Landeshauptmänner innerhalb der ÖVP „im vergangenen Jahrzehnt immer mächtiger geworden“. Maier im „profil“-Interview: „Früher glaubten die Landeshauptleute, von einer erfolgreichen ÖVP auch in ihrem Bundesland profitieren zu können. Heute denkt fast jeder Landeshauptmann nur noch an sich. Das muss sich ändern.“

Foto: Philipp Horak für profil