Faßmann: "Den Begriff Parallelgesellschaft lehne ich eigentlich ab"

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP)

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP)

Bildungsminister Heinz Faßmann lehnt „Ghettoklassen“ ab – erwartet Rückkehr „zu einer gewissen Normalität im Integrationsbereich“.

In einem Interview in der aktuellen profil-Ausgabe geht Heinz Faßmann, der neue Bildungsminister sowie Demografieforscher, leicht auf Distanz zur Integrationspolitik des Koalitionspartners FPÖ. Auch wenn sich der Begriff „Parallelgesellschaft mehrmals im Regierungsprogramm findet: Ich lehne den Begriff eigentlich ab. Es ist kein wissenschaftlicher Begriff. Wir können nicht sagen, ab welcher Parallelität eine Gesellschaft zur Parallelgesellschaft zu werden beginnt.“ Faßmann stellt klar, dass er „Ghettoklassen“ ablehnt. Kinder, die der Unterrichtssprache nicht mächtig sind, sollen stundenweise – „vielleicht drei Stunden am Tag“ – in Deutschförderklassen zusammengefasst werden, außerhalb dieses Programms „sind sie in die Klassengemeinschaft eingebettet“. Faßmann bedauert im profil-Interview, dass die Freiheitlichen noch immer meinen, Österreich sei kein Einwanderungsland. Er wolle ihnen vermitteln, dass „die Frage des Einwanderungslandes durch Fakten längst entschieden wurde“. Er glaube, die Aufregung werde sich legen und „wir werden zu einer gewissen Normalität im Integrationsbereich zurückkehren“.