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Österreich
01/20/2020

FPÖ: Umstrittener Spitzenkandidat in Korneuburg

Hubert Keyl hatte den Widerstandskämpfer Franz Jägerstätter einen „Verräter“ genannt.

von Christina Pausackl

Der neue Generalsekretär der FPÖ, Michael Schnedlitz, ist derzeit ein vielbeschäftigter Mann. Schnedlitz ist Nationalratsabgeordneter, Landesparteisekretär in Niederösterreich, Vizebürgermeister von Wiener Neustadt – und steckt mitten im Gemeinderatswahlkampf. Vergangenen Montag besuchte Schnedlitz einen Gemeindebau in Korneuburg und stellte Fotos davon auf Facebook. Die Aufnahmen zeigen ihn in Begleitung eines Parteifreundes: Hubert Keyl.

Rechtsextreme Umtriebe

Im Netz finden sich kaum Bilder von Keyl – dabei ist der Freiheitliche derzeit selbst im Wahlkampf. Keyl ist FPÖ-Spitzenkandidat in Korneuburg. Im Oktober des Vorjahres wurde er zum Stadtparteiobmann gewählt. Vermutlich will Keyl seinen Aufstieg in der Kommunalpolitik nicht an die große Glocke hängen. 2018 wurde der Jurist von der türkis-blauen Regierung als neuer Bundesverwaltungsrichter vorgeschlagen.

Nach tagelanger Kritik zog Keyl seine Bewerbung aber zurück. Er hatte 2007 in der rechten Zeitung „Zur Zeit“ den Widerstandskämpfer Franz Jägerstätter einen „Verräter“ genannt. Jägerstätter hatte den Kriegsdienst in der Wehrmacht verweigert und wurde dafür von den Nazis ermordet. Vor Jägerstätters Seligsprechung meinte Keyl, er sei „ein Verräter, und Verräter soll man verurteilen und nicht seligsprechen“. In der rechtsextremen Zeitschrift „Aula“ bezeichnete Keyl die Zeit nach 1945 außerdem als „Besatzungsterror“ – ein Terminus, der vorwiegend von Rechtsextremen verwendet wird. 2010 war Keyl in eine Prügelaffäre involviert, bei der Neonazi Gottfried Küssel zu seinen Gunsten in Erscheinung getreten sein soll.

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