20 Jahre Grubenunglück von Lassing

Im obersteirischen Lassing (Bezirk Liezen) hat sich am 17. Juli ein Grubenunglück ereignet, bei dem elf Menschen verschüttet worden sind. Nach neun Tagen konnte einer von ihnen, Georg Hainzl, gerettet werden.

Bei einem Prozess 2000 in Leoben wurden der ehemalige Berghauptmann und der Werksleiter schuldig gesprochen, später noch ein weiterer Beteiligter. 2002 wurde die Gedenkstätte eingeweiht.

17. Juli 1998: Der 24-jährige Bergmann Georg Hainzl wird um 11.45 Uhr nach einem Schlammeinbruch in gut 60 Metern Tiefe eingeschlossen. Ein Krater, die sogenannte Binge, entsteht. Gegen 22.00 Uhr erfolgt ein zweiter Einbruch in die Grube, dabei werden neun Bergleute und ein Geologe verschüttet.

18. Juli: Beginn der Bohrung zur Jausenkammer, in der man Hainzl vermutet.

22.- 24. Juli: Wasser wird aus der Binge gepumpt, Geophonmessungen unternommen. Evakuierung der Häuser im Umkreis von 300 Meter.

25. Juli: Messungen ergeben unatembare CO2-Konzentration in der Jausenkammer, für Hainzl scheint es keine Überlebenschance zu geben.

26. Juli: Das "Wunder von Lassing": Hainzl kann nach neun Tagen in der Tiefe geborgen werden. Er ist ansprechbar und wird ins LKH Graz gebracht.

29. - 31. Juli: Italienische und deutsche Bergretter treffen ein und bieten ihre Hilfe an, zu den zehn Verschütteten gibt es keinen Kontakt.

17. August: Die Rettungsarbeiten werden offiziell für beendet erklärt, die Bergephase wird eingeleitet.

16. September: Wirtschaftsminister Hannes Farnleitner (ÖVP) bestätigt erstmals "Schwarzabbau" in Lassing.

30. April 1999: Die Bergung wird durch einen Bescheid des Verwaltungsgerichts gestoppt.

Luftaufnahme des eingestürzten Bergwerkstollens in Lassing. Aufgenommen am 18. Juli 1998. Bei dem Grubenunglück im obersteirischen Lassing (Bezirk Liezen) wurden elf Menschen verschüttet. Nach neun Tagen konnte nur einer von ihnen, Georg Hainzl, gerettet werden.

21. September: Es wird Strafantrag gegen fünf Personen eingebracht. Dem Betriebsleiter der Naintsch-Mineralwerke wird vorgeworfen, den Sicherheitsabstand zwischen Abbaugebiet und felsigem Talgrund nicht eingehalten zu haben. Ebenfalls verantworten müssen sich der Ex-Berghauptmann und sein damaliger Stellvertreter, weil sie ihrer Prüf- und Überwachungspflicht nicht nachgekommen sind. Außerdem müssen zwei weitere Beamte der Berghauptmannschaft vor Gericht.

11. Jänner 2000: Prozessbeginn im Landesgericht Leoben.

10. April: Die Bergung der zehn Verschütteten wird endgültig abgesagt.

28. Juni: Urteil im Prozess: Betriebsleiter und Ex-Berghauptmann werden für schuldig befunden und verurteilt, die drei anderen freigesprochen. In zweiter Instanz wird 2003 auch der ehemalige stellvertretende Berghauptmann für schuldig befunden und zu einer geringen bedingten Haft verurteilt.

20. Mai 2002: Einweihung der Gedenkstätte an der Stelle der ehemaligen Binge.