Felipe und Lunacek folgen auf Glawischnig

Statement Felipe/Lunacek

Felipe wird sich als Bundessprecherin zur Wahl stellen, Lunacek wird Spitzenkandidatin.

EU-Mandatarin Ulrike Lunacek geht als Spitzenkandidatin für die Grünen in die Nationalratswahl. Die stellvertretende Tiroler Landeshauptfrau Ingrid Felipe wird sich als Bundessprecherin zur Wahl stellen. Der Bundesvorstand entschied sich wider Erwarten für eine Doppelspitze: "Es gab unterschiedliche Stimmen. Wir kamen aber heraus mit einem einstimmigen Beschluss."

Felipe begründete die von Glawischnig bei ihrer Abschiedspressekonferenz noch abgelehnte Aufteilung der Aufgaben mit ihren Verpflichtungen in Tirol. Sie trage Verantwortung als alleinerziehende Mutter, aber auch gegenüber Tirol, wo die Regierungszusammenarbeit mit der ÖVP beispielhaft funktioniere. Lunacek verteidigte die Entscheidung ebenfalls: "Ich freue mich auf diesen Wahlkampf."

"Ich habe gesagt, ich kann als Parteisprecherin zur Verfügung stehen, nicht als Spitzenkandidatin", so Felipe. In ihrem Statement unmittelbar nach der Entscheidung im Erweiterten Bundesvorstand erinnerte sie nicht nur an ihren Sohn, einen "13-jährigen, pubertierenden Burschen". Glawischnigs Abschied habe generell mit der großen Herausforderung und Belastung dieses Polit-Jobs zu tun, meinte sie.

Die Lösung sei, dass es in der Frage, ob nun sie und Lunacek von Glawischnig übernehme, kein Entweder-Oder, sondern ein Sowohl-als-auch gebe. Als Bundessprecherin werde sie Verantwortung für die Ausrichtung der Grünen, die Betreuung des Wahlkampfs und die Vernetzung innerhalb der Partei übernehmen, sollte sie am Bundeskongress gewählt werden.


Ich will kein Österreich, das Richtung Orban abdriftet

Lunacek betonte, die Übernahme der Spitzenkandidatur sei für sie kein leichter Entschluss gewesen. Sie stehe aber "150-prozentig" dazu: "Ich freue mich auf einen spannenden Wahlkampf." EU-Mandatarin will sie vorläufig bleiben.

Es gehe um viel, denn vor allem die ÖVP, aber auch die SPÖ steuere nach rechts. "Wir Grünen sind die einzigen, die garantieren, dass es mit uns keine FPÖ in der Regierung gibt", meinte sie. Und: "Wir sind die einzigen, die hier links der Mitte stehen."

Eine blaue Regierungsbeteiligung "wäre nicht nur für Österreich fatal, sondern auch für die EU", so Lunacek: "Ich will kein Österreich, das Richtung Orban abdriftet."