Herbert Lackner: EU-Wahl: Es ist wie Weihnachten

Herbert Lackner: EU-Wahl: Es ist wie Weihnachten

EU-Wahl: Diese Regierung hat in der Bevölkerung keinen großen Rückhalt mehr, dennoch will sich das österreichische Elektorat nicht dazu durchringen, sie davonzujagen.

Es ist wie Weihnachten. Jeder bekommt etwas. Die ÖVP den ersten Platz, was ja auch nur alle heiligen Zeiten einmal vorkommt. Die SPÖ ist erstmals seit Werner Faymanns Amtsantritt bei Wahlen nicht in den Boden gestampft worden (logische Ausnahme: Kärnten). Die FPÖ hat fett dazugewonnen und tritt den Sozialdemokraten schon fast auf die Fersen. Die Grünen haben trotz der NEOS nicht den Ramschstatus Altpartei und die NEOS selbst die Erkenntnis gewonnen, dass man Bäume zwar umarmen kann, diese aber trotzdem nicht in den Himmel wachsen.

Aber wie in den Schlagoberstopf gefallene Katzen konnten sich am Wahlabend die Regierungsparteien fühlen: Gemeinsam über der 50 Prozent-Marke – knapp aber doch. Superlecker. Alles kann beim Alten bleiben: Dem Werner kommt sein Michi nicht abhanden und der Michi darf weiter mit seinem Werner. Irgendwann im Jahr 2016 senken sie vielleicht ein wenig die Steuern. Und dann beginnt ohnehin bald der nächste Wahlkampf.

Damit hat diese Wahl in ihrer innenpolitischen Interpretation die Botschaft vermittelt: Diese Regierung hat in der Bevölkerung keinen großen Rückhalt mehr, dennoch will sich das österreichische Elektorat nicht dazu durchringen, sie davonzujagen.

Bis auf Weiteres bleibt alles in einem unangenehmen Schwebezustand.

herbert.lackner@profil.at