Interview: Mahrer kritisiert Mercosur-Nein der ÖVP

Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer

Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer

WKÖ-Präsident hält Ablehnung von Mercosur für „extrem populistisch“; Thunberg sei „ein PR-Phänomen“.

In einem Interview in der aktuellen profil-Ausgabe kritisiert Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer seine Partei, die ÖVP, wegen der Ablehnung des Freihandelsabkommens mit Südamerika Mercosur. Mahrer: „Bei Mercosur hatten wir ÖVP-intern einige Debatten. Das will ich gar nicht verhehlen.“ Alles spreche für das Abkommen. Der Regenwald sei dadurch besser geschützt. Es gebe Ausgleichszahlungen in Zusammenhang mit den Fleischexporten. Die Entscheidung des EU-Unterausschusses des Nationalrats, die derzeitige Übergangsregierung solle ein Veto gegen Mercosur einlegen, finde er „extrem populistisch und unglücklich“.

"Nicht erfreut" über Wahlzuckerl

Die kostspieligen Wahlzuckerl, die im freien Spiel der Kräfte im Parlament beschlossen wurden, hätten ihn „nicht erfreut“. Mahrer: „Ich wundere mich, dass es keine Regelung gibt, die teure Entscheidungen im Parlament verbietet, wenn bereits ein Auflösungsbeschluss des Nationalrats vorliegt.“

Auf die Frage, was er von der Umweltaktivistin Greta Thunberg halte, sagt Mahrer im profil-Interview: „Sie zeigt hohes Engagement, aber ich halte Thunberg für ein PR-Phänomen. Der Zweck heiligt ja bekanntlich die Mittel.“