LH Haslauer ortet "Todsünden" der ÖVP

Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Salzburger Landeshauptmann kritisiert Zentralismus der Volkspartei und fordert Höchstgrenze für Flüchtlinge.

In einem Interview in der aktuellen profil-Ausgabe kritisiert der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer „Todsünden“ der ÖVP. Diese würde „Leistung beeinträchtigen, Eigentum beschränken, gegen Familien agieren“. Haslauer: „Eine der schwersten Todsünden der ÖVP ist der Zentralismus. Es ist ein Phänomen, dass Politiker, die eigentlich aus den Bundesländern kommen, in Wien zu den radikalsten Zentralisten werden.“

FPÖ "nicht einfach ignorieren"

Im Zusammenhang mit den Zugewinnen der FPÖ bei den Landtagswahlen in Oberösterreich und Wien bezweifelt Haslauer, dass diese „wirklich einen Rechtsruck“ bedeuteten. Vielmehr handle es sich um „einen Aufschrei der Bürger an die Politik“. Eine Partei wie die FPÖ mit 30 Prozent Wähleranteil könne man „nicht einfach ignorieren“.

Für den Fall, dass die EU an der gerechten Verteilung der Flüchtlinge scheitert, fordert Haslauer im profil-Gespräch „eine nationale Lösung“. Haslauer: „Wir müssen definieren, wie viele Flüchtlinge wir aufnehmen können. Diese sollen vollen Zugang zu unseren im internationalen Vergleich großzügigen Sozialleistungen haben. Wer darüber hinaus bei uns Asyl will, soll nur Anspruch auf Versorgung haben.“ Österreich könne nicht „das Unglück der gesamten Welt schultern“.